27.09.2025 - 17.01.2026 | Edition September 2025

«Eternal Landscapes»

27. September 2025 bis 17. Januar 2026

Caroline Bachmann, Luisanna Gonzalez Quattrini, Federico Herrero, Francisco Sierra, Manuel Stehli, Jongsuk Yoon


Installationsansicht «Eternal Landscapes» in der Edition VFO, mit Werken von Jongsuk Yoon, Manuel Stehli, Federico Herrero und Caroline Bachmann, Foto: Bernhard Strauss 

In der Kunstgeschichte hat sich die Landschaftsmalerei von einer nachgeordneten Gattung zu einer eigenständigen Ausdrucksform gewandelt. Bis heute ist sie Projektionsfläche politischer und ökologischer Fragen, Spiegel kultureller Erinnerung und zugleich Medium abstrakter Formfindung. Die Ausstellung «Eternal Landscapes» versammelt sechs Positionen, die Landschaft als Erfahrungsraum zwischen Wahrnehmung und Erinnerung, Konstruktion und Gefühl untersuchen: Caroline Bachmann, Luisanna Gonzalez Quattrini, Federico Herrero, Francisco Sierra, Manuel Stehli und Jongsuk Yoon. Alle präsentierten Werke sind Lithografien: ein Medium, das Malerisches, Rhythmus und Schichtung präzise zusammenführt.


Installationsansicht «Eternal Landscapes» in der Edition VFO, mit Werken von Francisco Sierra und Jongsuk Yook, Foto: Bernhard Strauss 

Caroline Bachmann (*1963, Lausanne) greift den ihr vertrauten Blick von Cully über den Genfersee auf und übersetzt ihn in «Ciel Lac Reflet» in eine verinnerlichte Landschaftserfahrung. Nicht naturalistische Exaktheit, sondern die durch Erinnerung gefilterte Atmosphäre trägt die Komposition. Zarte Verläufe verbinden Bergsilhouette, Himmel und Spiegelung. Charakteristisch ist der rahmende Umriss, der das Sehen selbst markiert und die Symmetrie subtil bricht.


Installationsansicht «Eternal Landscapes» in der Edition VFO, mit Werken von Caroline Bachmann, Federico Herrero und Manuel Stehli, Foto: Bernhard Strauss

Luisanna Gonzalez Quattrini (*1972 Lima, Peru) arbeitet mit breiten, malerischen Pinselstrichen und überlagernden Farbschleiern, in denen Figuren, Kreaturen und Landschaftsmotive aufscheinen. Wasser erscheint dabei als Träger von Weite, Sehnsucht und innerer Bewegung – von der Meeresoberfläche bis hin zur geheimnisvollen Unterwasserlandschaft. Mit «Mountain of Pollen» setzt sie einen leuchtenden Gegenpol zu den beiden kleineren fluiden Szenen des Wassers und thematisiert Balance und die Anziehungskraft von Licht, Reflexion und Glanz.


Installationsansicht Edition VFO, Luisanna Gonzalez Quattrini, Foto: Bernhard Strauss

Für Federico Herrero (*1978 San José, Costa Rica) ist Landschaft ein Feld aus Farbe, Form und Klang. In «Samaná» treiben Marker wie Gestirne oder Bojen in einem offenen Blau zwischen Himmel und Wasser, während sich in «Los Patos» Volumen und Schwellen ineinanderschieben und ein temporäres Gleichgewicht finden. Wiederkehrende Module, Pausen und Akzente erzeugen eine musikalische Struktur, die die Abstraktion trägt.

Installationsansicht Edition VFO, Federico Herreo, Foto: Bernhard Strauss

In «Mirage 1–6» vereint Francisco Sierra vertraute Motive – Horizont, Palmen, Hänge, Meer – zu präzise komponierten Fata Morganen. Die Farbverläufe sind dabei nicht nur Hintergrund, sondern auch Erzählinstrument: Sie tragen Temperatur, modellieren Gelände und setzen das ausgesparte Weiss als kaltes Licht. Die Landschaft wird als Konvention freigelegt, die unsere Vorstellung anhand von minimalen Zeichen fortschreibt. 


Installationsansicht Edition VFO, Francisco Sierra, Foto: Bernhard Strauss

Manuel Stehli (*1988, Zürich) reduziert seine «Gartenstudie» auf ein identisches, lithografisch gedrucktes Grundgerüst und variiert darauf die Anordnung gestempelter, generisch wirkender Pflanzenformen. Die Konstellationen lassen sich als Beziehungen lesen – Zugehörigkeit, Intimität, Hierarchie, Ausgrenzung, sie bleiben jedoch zugleich ornamentale Systeme. Durch die helle und dunkle Farbvarianten entstehen zwei unterschiedliche Stimmungen des gleichen Raums.


Installationsansicht Edition VFO, Manuel Stehli, Foto: Bernhard Strauss

Jongsuk Yoon (*1965, Onyang, Südkorea) beschreibt ihre Arbeiten als «Seelen-Landschaften», in denen Erinnerung, Naturbeobachtung und Licht ineinandergreifen. «Pink Sun» bündelt die grafische Spannung zwischen Rot und Pink zu einem kontemplativen Raum, während «Spring Spring» mit überraschenden Farbnachbarschaften ein helles Frühlingslicht eröffnet.


Installationsansicht Edition VFO, Jongsuk Yoon, Foto: Bernhard Strauss

Die Lithografien von «Eternal Landscapes» führen die Vielschichtigkeit der Landschaftsmalerei fort und verdeutlichen, wie sehr die Darstellung von Natur ein zeitgenössisches Mittel ist, um Wahrnehmung, Emotion und Form miteinander zu verweben. Sie zeigen Landschaft als offenes System: als Gedächtnisform, als Gefühlsbild sowie als visuelle und musikalische Komposition. Zwischen abstrakten Setzungen und mit Konventionen spielenden Szenerien wird Landschaft zur Partitur von Blick, Farbe und Zeit.