Jongsuk Yoon
*1965 Onyang, Republik Korea, lebt und arbeitet in Düsseldorf
https://www.schwarzwaelder.at/de/artists/jongsuk-yoonSeptember 2025
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Pink Sun, 2025 Lithografie
Auflage: 20
Bildgröße: 65,70 x 86,00 cm
Blattgröße: 65,70 x 86,00 cm
Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
CHF 1’200.00 -
Spring Spring, 2025 Lithografie
Auflage: 20
Bildgröße: 67,00 x 92,60 cm
Blattgröße: 67,00 x 92,60 cm
Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
vergriffen
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Jongsuk Yoon hat bei Thomi Wolfensberger zwei neue Lithografien realisiert: «Pink Sun» und «Spring Spring». Auf beiden Blättern entfaltet sich das Sujet als innere Landschaft, in denen Erinnerung, Naturbeobachtung und Lichtstimmungen ineinandergreifen. Yoons Bildsprache bewegt sich zwischen westlicher Abstraktion und ostasiatischen Bildtraditionen. Die Künstlerin beschreibt ihre Arbeiten als «Seelen-Landschaften», in denen Innen- und Aussenwelten zu neuen Bildern verschmelzen.
In «Pink Sun» wird ein tiefrotes, geologisch wirkendes Vorderfeld vor grün verschattete Hügel und eine rosige Himmelszone gespannt. Das Werk zeichnet sich durch einen klaren, grafischen Zug aus: Das enge Nebeneinander von Rot und Pink erzeugt Spannung, ohne die Ruhe zu stören. Weiche Kanten und feine Schichtungen halten den Blick in Bewegung. Das Blatt bündelt Wärme und Fernblick zu einem kontemplativen Raum.
«Spring Spring» öffnet sich in helles Frühlingslicht: eine gelbe Wolke, ein roter, bergartiger Kegel, dahinter zarte Grüntöne. Die Nachbarschaft überraschender Farben – Pink neben Rot, Zitronengelb neben Mint – ist typisch für Yoons jüngere Palette. In Interviews betont sie, dass Begegnungen mit den Fauves sie zu helleren, freieren Farbkombinationen geführt haben. Ein Bild begreift sie als eine Art Symphonie gegensätzlicher Tonarten und schreibt der Farbe Gelb eine «therapeutische» Qualität zu.
Yoon arbeitet meist prozessual, ohne eine fertige Vorzeichnung. Ihre Bilder entstehen beim Malen. Diese Arbeitsweise lässt sich gut auf die Lithografie übertragen, bei der die Künstlerin die Formen direkt auf dem Stein entstehen lässt, und sie bei Bedarf löscht, überlagert und korrigiert. Ihre Motive speisen sich aus naturgesättigten Erinnerungen: Hügel, Bachläufe und azaleenbedeckte Frühlingshänge. Seit Jahren verknüpft Yoon Landschaft mit persönlicher und bisweilen leiser politischer Erfahrung. Das Motiv «Kumgangsan», eine Wandmalerei im mumok Wien, die die Bergregion zwischen Süd- und Nordkorea darstellt, steht exemplarisch für diesen Speicher aus Sehnsucht und Geschichte. Ihre Sujets dekliniert die Künstlerin in verschiedenen Medien, wobei neben Papierarbeiten ausgedehnte Leinwände und Wandmalereien immer wieder zentral sind: Zuletzt zeigte das MMCA Cheongju im Rahmen der Ausstellung «Colors of Water» (2025) Yoons grossformatige Wandarbeit «Asan», die in der Lithografie «Spring Spring» neu interpretiert wird – ein anschauliches Beispiel für die Übersetzbarkeit ihrer Sujets zwischen Wand, Papier und Druck.
Jongsuk Yoon hatte in den letzten Jahren institutionelle Einzelausstellungen im mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (2024), in der Kestner Gesellschaft Hannover (2021), im Nordiska Akvarellmuseet Skärhamn (2020) und im Museum Kurhaus Kleve (2017). Ihre Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter im Kunstpalast Düsseldorf, im Sprengel Museum Hannover, in der Zabludowicz Collection in London und in der Pérez Collection in Miami.