Federico Herrero

*1978 San José, lebt und arbeitet in San José (Costa Rica)

September 2025

  1. Los Patos, 2025
    Los Patos, 2025 Lithografie
    Auflage: 22
    Bildgröße: 46,00 x 40,00 cm
    Blattgröße: 46,00 x 40,00 cm
    Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
    CHF 900.00
  2. Samaná, 2025
    Samaná, 2025 Lithographie
    Auflage: 22
    Bildgröße: 70,00 x 61,00 cm
    Blattgröße: 70,00 x 61,00 cm
    Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
    CHF 1’200.00

Federico Herrero denkt Malerei räumlich, «als Verbindungspunkt zwischen den menschlichen Subjekten und der von ihnen bewohnten Welt» (1): vom Atelier auf die Wand, in Eingänge und Lobbys, aber auch über Infrastrukturen hinweg – in jene Schwellenzonen der Stadt, in denen Bewegung, Blick und Nutzung zusammenlaufen. Wie er immer wieder betont, gibt es in Mittel- und Südamerika keinen scharfen Unterschied zwischen Stadt und Natur, ihre Flächen gehen ineinander über, ebenso wie die Markierungen und Farben im Aussenraum, die sich überall finden. Seine Formen reagieren auf Umgebung, Architekturen und Wege. Abstraktion heisst hier: Farbe und Form sind entscheidend für die Wirkung eines Bildes, nicht die einzelnen Elemente. Die zwei neuen Lithografien, entstanden in der Steindruckerei Wolfensberger, nehmen uns mit auf eine Reise durch seine affektive Landschaft.

«Samaná» spannt einen weiten blauen Raum auf, in dem Kreise, Punkte und kleine Elemente wie Marker treiben – Gestirne, Bojen, Augenblicke der Orientierung. Das Blatt liest sich wie eine Karte aus Strömungen und Blickachsen, offen zwischen Himmel und Wasser, Tag und Nacht. «Samaná» bezeichnet eine Halbinsel im Nordosten der Dominikanischen Republik; die gleichnamige Bucht ist Schutzgebiet für Buckelwale.

«Los Patos» arbeitet mit Volumen und Überlagerungen. Ein gelber Felsenkörper schiebt sich diagonal über grüne Grundflächen und graue Schwellen; die Formen stossen aneinander, kippen kurz und finden dann ihre Balance. Der Titel verweist auf «Los Patos» in der Dominikanischen Republik: ein Ort, an dem ein nur rund 61 Meter langer Fluss – einer der kürzesten der Welt – aus kalten Quellbecken über den Kiesstrand direkt in die Karibik mündet; Süss- und Salzwasser liegen dort nebeneinander. Zugleich lässt das Blatt andere Lesarten zu: Hügelterrassen, Ackerstreifen, ein Baukörper vor Landschaft.

Für Herrero ist Malerei auch von Klang geprägt. Wiederkehrende Module, Pausen aus Leere und Farben erzeugen Rhythmus. In «Samaná» markieren die Elemente Akzente im Raum; das grosse Blau ist der gehaltene Ton, auf dem alles schwebt. In «Los Patos» setzt das gelbe Offbeat-Volumen einen Kontrapunkt zum erdenden Grün, durchzogen von grauen «Zwischenklängen». Takt, Tempowechsel und Stille werden zu malerischen Mitteln – eine musikalische Struktur als Empfindung – ohne Notenblatt.

Die Lithografie «Samaná» von Federico Herrero erscheint als Sonderedition. Der Erlös geht an Social Income, eine Schweizer Initiative, die armutsbetroffene Künstler:innen in Westafrika mit einem bedingungslosen Grundeinkommen unterstützt.

Federico Herreros letzte institutionelle Einzelausstellungen waren in The Gallery at Windsor in Vero Beach, Florida (2024), Kunsthalle Lissabon (2022), Niterói Contemporary Art Museum in Rio de Janeiro (2019) und Museum of Contemporary Art Chicago (2018). Herrero wurde unter anderem an der 49. Venedig Biennale mit dem Sonderpreis für junge Künstler im Jahre 2001 ausgezeichnet. Seine Werke sind unter anderem in den Sammlungen des Solomon R. Guggenheim Museum in New York, der Tate Modern in London, und des 21st Century Museum of Contemporary Art in Kanazawa, Japan.

(1) Felicity Lunn, «Räumliche Landschaften: Über die Gemälde von Federico Herrero», in: Federico Herrero, Ausstellungskatalog, Kunstverein Freiburg, Freiburg i. Br. 2008, S. 9.
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Oktober 2023

  1. Untitled, 2023
    Untitled, 2023 Monotypie (Öl auf Papier)
    Bildgröße: 24,80 x 22,00 cm
    Blattgröße: 50,00 x 40,00 cm
    Produktion: Keystone, Berlin

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  2. Untitled, 2023
    Untitled, 2023 Monotypie (Öl auf Papier)
    Bildgröße: 24,80 x 22,00 cm
    Blattgröße: 50,00 x 40,00 cm
    Produktion: Keystone, Berlin

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  3. Untitled, 2023
    Untitled, 2023 Monotypie (Öl auf Papier)
    Bildgröße: 24,80 x 22,00 cm
    Blattgröße: 50,00 x 40,00 cm
    Produktion: Keystone, Berlin

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  4. Untitled, 2023
    Untitled, 2023 Monotypie (Öl auf Papier)
    Bildgröße: 24,80 x 22,00 cm
    Blattgröße: 50,00 x 40,00 cm
    Produktion: Keystone, Berlin

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Federico Herrero's Monotypien sind minimalistische Farbinterventionen, die ihre Inspirationen aus der Umwelt des Costa Ricanischen Künstlers finden, seien es Landschaften oder urbane Impressionen. Malerei ist für Herrero überall zu finden. Sein Schaffen nimmt Bezüge zur geometrisch-abstrakten Malerei und zur Tradition der murales Mittel- und Lateinamerikas auf, auch wenn es sich ästhetisch von diesen ganz klar absetzt. Die Farbfelder und geheimnisvollen Landschaften offenbaren eine Faszination für das Verwischen von Grenzen, indem sie trotz ihrer klaren Abgrenzung ineinander übergehen und eine organische Symbiose bilden.
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September 2020

  1. Uvita, 2020
    Uvita, 2020 Lithografie
    Auflage: 30
    Blattgröße: 45,00 x 40,00 cm
    Produktion: Keystone, Berlin

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Federico Herreros neue Lithografie ist im Geiste seiner abstrakten Malerei entstanden. Seine Praxis nimmt Bezüge zur geometrisch-abstrakten Malerei und zur Tradition der murales Mittel- und Lateinamerikas auf, auch wenn sie sich ästhetisch von diesen ganz klar absetzt. Die Farbfelder und geheimnisvollen Landschaften und Figuren offenbaren eine Faszination für das Verwischen von Grenzen, indem sie trotz ihrer klaren Abgrenzung ineinander übergehen und eine organische Symbiose bilden.

Erstmals hat Herrero eine randabfallende Lithographie im Stile seiner Malerei geschaffen. Es handelt sich nicht - wie für seine Monotypien typisch, von denen vier in der Ausstellung gezeigt werden - um minimalistische Farbinterventionen, sondern um sieben satte Farben, die der Künstler verwendet hat, um den Geist seiner malerischen Schaffensweise zu veranschaulichen. Der Titel «Uvita» bezieht sich auf einen Ort an der Karibikküste Costa Ricas, einen mit Regenwald bewachsenen Hügel, der dem Meer zugewandt ist, auf flachem Wasser reflektiert und nach Aussage des Künstlers ein großartiger Ort zum Schwimmen ist. «Die neue Lithografie ist ein Porträt dieses Ortes, der Berg als Volumen und als Ton gesehen, schwankt zwischen dem Standpunkt der Erinnerung und einer sich ständig verändernden Beziehung zur Landschaft, vielleicht auch der Reise, um dorthin zu gelangen, wo all diese Informationen in Formen übersetzt werden, ein Dialog zwischen urbanen Strukturen und Natur», so der Künstler weiter.

Die farbgeladenen Ebenen und topographischen Elemente entstehen oft auch als ortsspezifische, ephemere Arbeiten. Dabei ist für Herrero wichtig, dass seine Kunst Menschen aus verschiedensten Teilen der Gesellschaft zusammenbringt und das künstlerische Schaffen mit ins Alltagsleben einbezieht. Bei seinen Interventionen an der Venedig-Biennale 2001, der Havanna-Biennale 2003, am Museu de Arte Moderne de Säo Paolo (MAM) 2013 oder am Pelican Estate in Südlondon 2016, verwandelte Herrero die alltägliche Umgebung - einen Spielplatz, Brückenstützen, ein Schwimmbad oder Fassaden - in Gemälde, die von oben oder von weit her sich als künstlerische Interventionen in das Stadtbild eingliedern.
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