Manuel Stehli

*1988 Zürich, lebt und arbeitet in Berlin

https://manuelstehli.com/

September 2025

  1. ohne Titel (Gartenstudie hell), 2025
    ohne Titel (Gartenstudie hell), 2025 Lithografie und Stempeldruck (serielle Unikate)
    Auflage: 12
    Bildgröße: 30,50 x 40,00 cm
    Blattgröße: 38,00 x 52,00 cm
    Produktion: Tabor Presse, Berlin
    CHF 600.00
  2. ohne Titel (Gartenstudie dunkel), 2025
    ohne Titel (Gartenstudie dunkel), 2025 Lithografie und Stempeldruck (serielle Unikate)
    Auflage: 12
    Bildgröße: 30,50 x 40,00 cm
    Blattgröße: 38,00 x 52,00 cm
    Produktion: Tabor Presse, Berlin
    CHF 600.00

Manuel Stehlis «Gartenstudie» erkundet variierende Anordnungen von Pflanzen in einem eingefriedeten Aussenraum. Das Grundgerüst der Komposition wurde als Lithografie gedruckt und ist auf allen Abzügen identisch. Es besteht aus einer rechteckigen Fläche mit malerischer, erdiger Qualität, die sich Ton in Ton auf einem monochromen Hintergrund abzeichnet, dessen gleichmässige Körnung an die sandige Beschaffenheit einer grob verputzten Mauer erinnert. Diese Kulisse wirkt sehr schematisch und bewegt sich an der Schwelle zur Abstraktion. Dennoch haben die beiden von Stehli kreierten Farbvarianten einen individuellen, beinahe kennzeichnenden Charakter: Während der kastanienbraune Boden torfig und feucht erscheint, evoziert die beige Farbe eine karge, trockene Erde. Der Garten ist bevölkert von Pflanzen, die Stehli wie ein Choreograf in unterschiedlichen Konstellationen in den Raum gesetzt hat. Die fünf Arten, die der Künstler in Vinylplatten geschnitzt und als Stempel verwendet hat, sind simpel und generisch gehalten. Es ist verlockend, die Pflanzen als Personifizierungen zu lesen und in ihrer Anordnung eine Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen zu sehen: von Zugehörigkeit, Intimität, Hierarchien bis hin zu Ausgrenzung. Gleichzeitig zeugt ihr ornamentaler Charakter von Stehlis Faszination für die repetitive Formensprache der indischen Miniaturmalerei.

Manuel Stehli arbeitet vorwiegend mit dem Medium der Malerei und schafft Werke voller Zurückhaltung. Ruhende Figuren, stille Landschaften und, seltener, isolierte Alltagsgegenstände nehmen in dezenten Farben den Raum der Leinwand ein und entfalten eine unmittelbare Präsenz. Wie der Garten der vorliegenden Edition werden die Motive stets auf das Wesentliche reduziert. Überflüssige Details verschwimmen zugunsten einer suggestiven Universalität und einer geheimnisvollen Vertrautheit. Die Kompositionen sind von einer Flächigkeit geprägt, in der Vorder- und Hintergrund ineinander übergehen und Silhouetten Vorrang vor den Volumen haben. Als Basis seiner Kompositionen verwendet der Künstler oft bereits vorhandenes Bildmaterial, das er seit Jahren ansammelt. Besonders interessant findet er frühe Computersimulationen mit ihrer versuchten Objektivität sowie stereotypische Stockfotografien aus digitalen Plattformen. Aus seinem Bildarchiv isoliert Stehli Details wie Körperhaltungen oder Gesten, die er neu kombiniert und verfremdet, um spannungsvolle Bilder entstehen zu lassen.

Das Thema der Landschaft ist seit Beginn von Stehlis künstlerischer Praxis präsent und hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Natur ist in seinen Werken oft anthropomorph und eng mit seinen wiederkehrenden Konstellationen von Körpern verbunden. So kann auch die Mauer, die hier als minimale räumliche Struktur erscheint, als Abbild menschlicher Zustände betrachtet werden – sei es als Metapher für Schutz und Geborgenheit oder für Abgrenzung und Isolation.

Manuel Stehli hat an der Kunstakademie in Leipzig und am Camberwell College of Arts in London Malerei studiert. Seine Werke wurden in unterschiedlichen Galerien und Institutionen gezeigt, darunter bei der Alzueta Gallery in Barcelona (2024) und im Helmhaus Zürich (2022). Seine Werke befinden sich unter anderem in den Sammlungen der Kulturstiftung Sachsen in Dresden, der Kunsthalle Recklinghausen und des DEJI Art Museum in Nanjing.
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