Rosa Barba
*1972 in Agrigento, (Italien), lebt und arbeitet in Berlin
https://www.rosabarba.com/Juni 2026
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Exploded Poem, 2026 Hochdruck mit ölbasierter Hochdruckfarbe auf Papier (Unikat aus einer Serie von 20)
Bildgröße: 100,00 x 70,00 cm
Blattgröße: 100,00 x 70,00 cm
Produktion: Studio Rosa Barba, Berlin
CHF 2’000.00
Rosa Barbas neue Edition entsteht aus einer Kugel, deren Oberfläche vollständig mit Buchstaben, Zahlen und Zeichen besetzt ist. Die Skulptur ist zugleich Objekt, Archiv und Druckwerkzeug. Für die Edition wurde sie mit Tinte eingefärbt und von Hand über das Papier geführt. Jede Bewegung, jede Drehung und jeder Druck hinterlässt eine andere Spur. So entsteht keine klassische Auflage identischer Blätter, sondern eine Serie von 20 seriellen Unikaten.
Die Edition knüpft an Rosa Barbas «Language Infinity Sphere» an, eine Skulptur aus alten Bleisatzzeichen, die zugleich als Druckwerkzeug funktioniert. Die Buchstaben folgen keiner alphabetischen Ordnung mehr, sondern bilden eine dichte, dreidimensionale Matrix aus Zeichen, Zahlen und Fragmenten. Für die neue Serie wird diese Kugel von Hand über das Papier geführt. Die mechanische Bewegung der Druckmaschine wird durch eine körperliche, performative Handlung ersetzt; Sprache erscheint nicht als lesbarer Text, sondern als materieller Speicher von Information, Zeit und Bewegung.
Damit verbindet die Edition zentrale Fragen in Rosa Barbas Praxis. In ihren Filmen, Skulpturen, Installationen, Performances und Textarbeiten untersucht sie, wie Bilder, Informationen und Erinnerungen zirkulieren. Apparate, Projektoren, Filmstreifen, Licht und Schrift sind bei ihr nicht nur technische Mittel, sondern aktive Bestandteile des Werks. Auch hier wird ein Werkzeug sichtbar gemacht: Die Kugel überträgt keine feste Botschaft, sondern eine Bewegung von Zeichen auf das Blatt.
Die Buchstaben lösen sich aus dem Satz und werden zu Oberfläche, Abdruck und Spur. Sie bleiben mit Sprache verbunden, entziehen sich aber dem Lesen. Gerade dadurch entsteht eine Arbeit über die Materialität von Information: über das, was von Sprache bleibt, wenn sie nicht mehr linear angeordnet ist, sondern durch Bewegung, Druck und Rotation erscheint.
Die Edition erscheint in Zusammenarbeit mit dem Museum Haus Konstruktiv anlässlich des Zurich Art Prize 2026, den Rosa Barba erhalten hat, und im Rahmen der Ausstellung «WORDS» in der Edition VFO. Ab dem 4. Juni zeigt das Museum Haus Konstruktiv die Einzelausstellung der Künstlerin zum Preis. Die Skulptur, mit der die Unikate gedruckt wurden, ist Teil der Ausstellung.
Rosa Barba (*1972 in Agrigento, Italien) lebt und arbeitet in Berlin und ist Professorin für Art in Space and Time an der ETH Zürich. Zu ihren jüngsten institutionellen Einzelausstellungen zählen Präsentationen im Centro de Arte Moderna Gulbenkian, Lissabon (2026), im MAXXI, Rom (2025–2026), im Museum of Modern Art, New York (2025), und in der Tate Modern, London (2023). Ihre Arbeiten befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Museum of Modern Art, New York, des Centre Pompidou, Paris, der Tate Modern, London, des Kunsthaus Zürich und des Museo Reina Sofía, Madrid.