Robert Barry
*1936 in New York City, lebt und arbeitet in Teaneck, New Jersey
https://www.moma.org/artists/352-robert-barryJuni 2026
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TIME..., 2025 Siebdruck in Künstlerrahmen
Auflage: 18
Abmessung: 30,70 x 43,00 x 3,00 cm
Produktion: Lorenz Boegli, Müntschemier
CHF 990.00
Robert Barrys für die Ausstellung «WORDS» konzipierte Edition «TIME…» wurde im Siebdruck bei Lorenz Boegli in Müntschemier produziert und erscheint im A3-Format, in intensiven Blautönen und mit Künstlerrahmen. Die Arbeit steht in direkter Verbindung zu Barrys aktueller Beschäftigung mit dem Wort «Time», das er nicht nur als Begriff, sondern als visuelles Element versteht.
Robert Barry gehört zu den prägenden Figuren der amerikanischen Konzeptkunst. Ausgehend von Minimal Art und einer frühen Auseinandersetzung mit Malerei verschob er Ende der 1960er-Jahre den Fokus vom sichtbaren Objekt zu kaum fassbaren Phänomenen wie Radiowellen, Inertgasen, elektromagnetischen Feldern, Telepathie oder geschlossenen Galerieräumen. Entscheidend war dabei nicht das Verschwinden des Werks, sondern eine andere Form von Präsenz: Etwas ist da, auch wenn es sich der direkten Wahrnehmung entzieht.
Aus dieser Haltung heraus entwickelte Barry seit 1969 eine jahrzehntelange Arbeit mit Sprache. Wörter, Sätze und Wortlisten erscheinen bei ihm auf Papier, in Publikationen, als Tonbandaufnahmen, Diaprojektionen, Wandarbeiten, Fensterbeschriftungen oder direkt im Ausstellungsraum. Sprache dient bei Barry nicht der Erklärung eines Bildes. Sie wird selbst zum künstlerischen Material. Ein Wort ist Setzung, Bild, Gedanke und Ereignis zugleich. Es aktiviert das, was zwischen Lesen, Sehen und Denken geschieht.
In «TIME…» führt Barry diese Beschäftigung mit Sprache und Wahrnehmung weiter. Für ihn ist Zeit nicht nur ein abstraktes Thema, sondern eine universelle Kraft, der niemand entkommt. Sie betrifft das Leben, das Denken, die Veränderung der Kunst und die Veränderung der Welt. Barry beschreibt Zeit als etwas, mit dem Künstler:innen arbeiten können, ähnlich wie mit Farbe und Raum. Damit wird «TIME…» nicht zur Darstellung von Zeit, sondern zu einer Arbeit über die Erfahrung von Zeit.
Die drei Punkte im Titel sind dabei wesentlich. Sie öffnen den Begriff und verweisen darauf, dass etwas über den gegenwärtigen Moment hinaus weiterläuft. Die Arbeit bleibt bewusst unabgeschlossen. Zwischen dem Wort, seiner visuellen Form und den starken Blautönen entsteht ein gedanklicher Raum, in dem Zeit als Dauer, Erinnerung und Erwartung erscheint.
So verbindet die Edition die konzeptuelle Klarheit von Barrys frühem Werk mit seiner heutigen reduzierten Praxis. Was früher durch unsichtbare Energien, Gase oder gedachte Übertragungen verhandelt wurde, erscheint hier in einem einzelnen Wort. Die Arbeit ist einfach in ihrer Form und offen in ihrer Wirkung: ein Zeichen für das, was im Moment des Sehens bereits vergeht und dennoch weiterwirkt.
Robert Barry (*1936 in New York City) nahm an wegweisenden Ausstellungen der Konzeptkunst teil, darunter «When Attitudes Become Form» in der Kunsthalle Bern (1969), «Information» im Museum of Modern Art, New York (1970), die documenta 5 und 7 (1972 und 1982) sowie die Biennale in Venedig 1972. Seine Werke befinden sich unter anderem in den Sammlungen des MoMA, New York, des Whitney Museum of American Art, New York, des Solomon R. Guggenheim Museum, New York, des Centre Pompidou, Paris, des Stedelijk Museum Amsterdam und des Aargauer Kunsthauses Aarau.