Jonathan Monk
*1969 in Leicester, lebt und arbeitet in Berlin
https://www.lissongallery.com/artists/jonathan-monkJuni 2026
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«This screen print on whiteboard edition should ideally be hung to the right of a ________», 2026 Siebdruck und blauer Whiteboard-Marker auf Whiteboard (Unikat)
Auflage: 20
Abmessung: 50,00 x 80,00 x 2,00 cm
Produktion: Studio Jonathan Monk, Berlin
CHF 1’000.00
Jonathan Monks neue Werkserie für die Edition VFO beginnt mit einer einfachen Behauptung: «This screen print on whiteboard edition should ideally be hung to the right of a ______». Der Satz ist im Siebdruck auf ein handelsübliches Whiteboard gedruckt, die Leerstelle ergänzt Monk von Hand mit blauem Whiteboard-Marker. Dort stehen Namen von renommierten Kunstschaffenden. Ein Satz, ein Name, ein Träger aus dem Alltag. Daraus entsteht eine präzise Arbeit über Hängung, Wert und die Macht des Namens.
Die Serie wird in der Ausstellung «WORDS» gezeigt und besteht aus Unikaten. Der gedruckte Satz wiederholt sich, die handschriftliche Ergänzung macht jedes Whiteboard zu einem Unikat. Dass der Satz selbst noch von einer «edition» spricht, ist kein Widerspruch, der aufgelöst werden muss, sondern Teil der Arbeit. Monk setzt einen Begriff aus der Welt der Vervielfältigung auf ein Objekt, das durch die Handschrift wieder singulär wird. Das Whiteboard ist kein neutraler Bildträger. Es gehört in Schulen, Büros und Besprechungsräume, also an Orte, an denen Ideen festgehalten, korrigiert und wieder gelöscht werden. Monk übernimmt diese Herkunft und lässt das Werk wie etwas erscheinen, das jederzeit wieder geändert werden könnte.
Die neue Serie führt eine Werkgruppe weiter, in der Monk seit den 2000er-Jahren die Sprache der Hängung selbst zum Werk macht. In früheren Arbeiten begann der Satz jeweils mit «This painting should ideally be hung…» und stellte sich eine ideale Nachbarschaft vor: in der Nähe von Jean-Michel Basquiat, gegenüber von Andy Warhol, neben David Hockney, Claude Monet oder Isa Genzken. Die Arbeiten handeln damit nicht nur von Platzierung, sondern von einem Wertesystem. Ein Bild gewinnt im Ausstellungsraum durch seine Nachbarschaft, durch die Namen, mit denen es verbunden wird, und durch die Geschichte, in die es sich einschreibt. Monk formuliert diesen Mechanismus nicht theoretisch, sondern als scheinbar einfache Anweisung an der Wand.
Die Whiteboards übersetzen dieses Prinzip in eine noch knappere Form. Die Malerei fällt weg, der Satz bleibt. In die Leerstelle schreibt Monk Namen wie Sherrie Levine, Sol LeWitt oder David Hammons. Damit ruft der Name sofort ein Umfeld auf: Konzeptkunst, Appropriation, Minimal Art, Institutionskritik, Markt und Museum. Die Arbeit fragt, was ein Kunstwerk durch seine Einordnung erhält: Sichtbarkeit, Bedeutung, Wert. Und sie zeigt zugleich, wie stark diese Einordnung von Sprache abhängt.
Monks Werk kreist seit den 1990er-Jahren um die Frage, wie Originalität, Autorschaft und Wert entstehen. In der Fotoserie «Waiting for Famous People» wartete Monk an Flughäfen mit handgeschriebenen Namensschildern auf berühmte Personen, die nicht erscheinen. Schon hier genügt der Name, um Erwartung, Ruhm und Abwesenheit zu erzeugen. In den «Restaurant Drawings», die er 2015 in Rom begann, zeichnet Monk bekannte Werke der Kunstgeschichte auf Restaurantbelege und verkauft sie zum Preis der jeweiligen Mahlzeit. So treffen Kunstgeschichte, Alltag und Markt direkt aufeinander. Monk macht Kunstgeschichte nicht zum Zitatenschatz, sondern zu einem Material, das man benutzen und weiterentwickeln kann. Autorschaft entsteht bei ihm nicht aus dem abgeschlossenen Original, sondern aus Wiederaufnahme, Entscheidung und Kontext.
Jonathan Monk (*1969 in Leicester) lebt und arbeitet in Berlin. Wichtige institutionelle Einzelausstellungen fanden unter anderem im Belvedere 21, Wien (2025), im CCA Tel Aviv und im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Berlin (2019). Seine Werke befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Centre Pompidou, Paris, der Tate Modern, London, des Museum of Modern Art, New York, und des Solomon R. Guggenheim Museum, New York.