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Uriel Orlow

*1973 Zürich, lebt und arbeitet in Lissabon und London https://urielorlow.net

  • Forest Essentials Take Two / Close-up (Bóbe), 2022
  • Holzschnitt
  • Auflage: 12
  • Bildgröße: 42,50 cm x 58,50 cm
  • Blattgröße: 46,00 cm x 62,00 cm
  • Produktion: Hugo Amorim, Lisboa
  • CHF 600.00
  • verfügbar
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  • Forest Essentials Take Two / Long Shot (Bóbe), 2022
  • Siebdruck auf Holz
  • Auflage: 12
  • Bildgröße: 43,00 cm x 58,70 cm
  • Blattgröße: 46,00 cm x 62,00 cm
  • Produktion: Telmo Chaparra, Lisboa
  • CHF 1200.00
  • verfügbar
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Uriel Orlows künstlerische Praxis basiert auf ortspezifischen Recherchen, deren Output er zu umfassenden Werkkonglomeraten webt. Seit 2015 untersucht Orlow politische und historische Perspektiven der Pflanzenwelt, darunter fällt auch das neue Projekt «Tree School», in dessen Kontext die vorliegenden Arbeiten eingegliedert sind. Der Ausgangspunkt für die neue Werkreihe ist eine Holzbibliothek in Lissabon, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründet wurde. Diese sogenannten Xylotheken wurden in Europa bereits ab dem Ende des 18. Jahrhunderts zur Untersuchung, Dokumentation und Klassifikation von Holzarten angelegt. Sie können im Lichte der Aufklärung und Taxonomie betrachtet werden und verkörpern die Wichtigkeit von Holz als natürliche Ressource, sei es als Brennstoff, Baumaterial oder – im Kontext einer Kolonialmacht wie Portugal – zur Konstruktion von Schiffen.

Die zwei neuen Arbeiten basieren auf Darstellungen der aus Guinea-Bissau stammenden Baumart Daniellia oliveri. Während «Forest Essentials Take Two / Close-Up (Bóbe)» mikroskopische Aufnahmen der Holzfasern als Holzdruck auf Papier wiedergibt, zeigt «Forest Essentials Take Two / Long Shot (Bóbe) »einen Siebdruck auf Buchenholz, auf dem Orlow Archivfotografien einer dichten Daniellia oliveri Vegetation und eines isolierten Baumes kombinierte. Die Baumart widerspiegelt die Bestände der Lissaboner Holzbibliothek, die hauptsächlich zwischen den 1940er und 1960er Jahren durch Expeditionen in den afrikanischen Kolonien Portugals erweitert wurden und dementsprechend der Erforschung von exotischen Baumarten dienten. Vom Wald zum Holzbrett und von der Faserstruktur zum Papier vollbringen die Werke als Pendants eine vielschichtige Verlagerung vom Grossen zum Kleinen, vom Material zum Nutzen, vom historischen Archiv zur zeitgenössischen Druckgrafik.

Uriel Orlow wurde 2020 mit dem C. F. Meyer Prize ausgezeichnet. Einzelausstellungen waren beispielsweise in der Kunsthalle Mainz (2020) und der Kunsthalle St. Gallen (2018) zu sehen. Orlows Werke sind unter anderem in den Sammlungen der Stadt Zürich, des Kunsthaus Zürich, des Aargauer Kunsthaus und des Kunstmuseum Bern vertreten. VH

Die Produktion dieser Arbeiten wurde durch die Fachstelle Kunstsammlung des Kantons Zürich ermöglicht.

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