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Gardar Eide Einarsson

*1976 Oslo, lebt und arbeitet in Tokio www.maureenpaley.com/artists/gardar-eide-einarsson

  • Risk-Reduction Strategies for Law Enforcement; Tactics 65
  • Heliogravüre
  • Auflage: 20
  • Bildgröße: 20,50 cm x 14,50 cm
  • Blattgröße: 38,00 cm x 28,00 cm
  • Produktion: Arno Hassler, Moutier
  • CHF 640.00
  • verfügbar
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  • Risk-Reduction Strategies for Law Enforcement; Critiques and Manuals 79
  • Heliogravüre
  • Auflage: 20
  • Bildgröße: 20,50 cm x 14,50 cm
  • Blattgröße: 38,00 cm x 28,00 cm
  • Produktion: Arno Hassler, Moutier
  • CHF 640.00
  • verfügbar
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  • Risk-Reduction Strategies for Law Enforcement; Tactics 47
  • Heliogravüre
  • Auflage: 20
  • Bildgröße: 20,50 cm x 14,50 cm
  • Blattgröße: 38,00 cm x 28,00 cm
  • Produktion: Arno Hassler, Moutier
  • CHF 640.00
  • verfügbar
  • Anfragen

Seine ersten drei Heliogravüren schuf Gardar Eide Einarsson beim Meisterdrucker Arno Hassler in Moutier. Alle drei Arbeiten zeigen gefundene Bilder aus einem Handbuch für Strafverfolgungsbeamte. Einarsson appropriiert die Seiten des eigentlichen Buches, die herausgerissen und für Archivierungszwecke fotografiert werden. Jede Seite und jedes Bild funktionieren für sich allein, sollten aber auch als komplementäre Serie verstanden werden. Was wir sehen, sind drei Darstellungen von Kontrolle des öffentlichen Raumes: erstens eine Taktik-Sektion, die drei männliche Beamte in Schutzausrüstung zeigt, zweitens aus einer «Kritik- und Handbuch-Abteilung» eine Motorrad-Einheit mit einem Dutzend Beamten in einem Trainingslager, drittens eine weitere Taktik-Sektion, die einen Polizei- oder Armee-Übungsplatz in einem Stadion zeigt. In Einarssons Erforschung von und seinem Spiel mit amerikanischer kultureller Ikonografie zeigt sich eine symbolische Form staatlicher Macht. Der rohe Ausdruck von Befehlsgewalt und Dominanz wird hier auch von der Rahmung der Einzelblätter nachgeahmt, die normalerweise in zehntausendfacher Auflage als Lehrmaterial reproduziert werden. Einarsson nimmt diese Bilder aus ihrem Kontext und betont dabei ihre visuelle Form symbolischer Gewalt, die als Persiflage gelesen werden kann. Wie er selbst sagt, sind die Bilder aus Polizeihandbüchern nicht ganz glaubwürdig, wenn man sie genau betrachtet.

Einarssons Œuvre kann als ein provokantes, schwarz-weisses Universum bezeichnet werden. In der zeitgenössischen Sharing Economy der Bilder ist es der Rückgriff des Künstlers, das Alltägliche, Unpopuläre und normalerweise Unbeachtete zu popularisieren. Einarsson interessiert sich für die Ränder der Gesellschaft, die aber immer noch den Diskurs der gesellschaftlichen Machtstrukturen dominieren. Seine oft entlehnten Bilder und Schriften erinnern an die Pictures Generation, entsprechen aber zeitlich und gesellschaftskritisch der heutigen Zeit. Die Bedeutung seines Werkes liegt in der Aufdeckung von zeitgenössischer Ideologie und Gewalt unterhalb der Ebene des Alltagslebens, egal ob es sich um eine staatliche Broschüre oder die Beschreibung eines Verbrechens handelt. Er hinterfragt kulturelles Selbstverständnis und Autorität, wobei die gefundenen Bilder ihre eigene Falschheit offenbaren. Auch wenn er häufig Darstellungen der realen Welt verwendet, wirken sie oft wie eine Karikatur oder wie eine verstörende Erinnerung daran, wie wir bestimmte vorgegebene Bedingungen um uns herum wahrnehmen. Einarssons Spiel mit Politik, Soziologie und Popkultur hinterfragt einerseits die Gewöhnlichkeit an sich und andererseits die Distanziertheit, mit der wir uns oft sozialen Konstrukten nähern, egal ob es sich um Handbücher, Nachrichten oder Symbole handelt. DKSeine ersten drei Heliogravüren schuf Gardar Eide Einarsson beim Meisterdrucker Arno Hassler in Moutier. Alle drei Arbeiten zeigen gefundene Bilder aus einem Handbuch für Strafverfolgungsbeamte. Einarsson appropriiert die Seiten des eigentlichen Buches, die herausgerissen und für Archivierungszwecke fotografiert werden. Jede Seite und jedes Bild funktionieren für sich allein, sollten aber auch als komplementäre Serie verstanden werden. Was wir sehen, sind drei Darstellungen von Kontrolle des öffentlichen Raumes: erstens eine Taktik-Sektion, die drei männliche Beamte in Schutzausrüstung zeigt, zweitens aus einer «Kritik- und Handbuch-Abteilung» eine Motorrad-Einheit mit einem Dutzend Beamten in einem Trainingslager, drittens eine weitere Taktik-Sektion, die einen Polizei- oder Armee-Übungsplatz in einem Stadion zeigt. In Einarssons Erforschung von und seinem Spiel mit amerikanischer kultureller Ikonografie zeigt sich eine symbolische Form staatlicher Macht. Der rohe Ausdruck von Befehlsgewalt und Dominanz wird hier auch von der Rahmung der Einzelblätter nachgeahmt, die normalerweise in zehntausendfacher Auflage als Lehrmaterial reproduziert werden. Einarsson nimmt diese Bilder aus ihrem Kontext und betont dabei ihre visuelle Form symbolischer Gewalt, die als Persiflage gelesen werden kann. Wie er selbst sagt, sind die Bilder aus Polizeihandbüchern nicht ganz glaubwürdig, wenn man sie genau betrachtet.

Einarssons Œuvre kann als ein provokantes, schwarz-weisses Universum bezeichnet werden. In der zeitgenössischen Sharing Economy der Bilder ist es der Rückgriff des Künstlers, das Alltägliche, Unpopuläre und normalerweise Unbeachtete zu popularisieren. Einarsson interessiert sich für die Ränder der Gesellschaft, die aber immer noch den Diskurs der gesellschaftlichen Machtstrukturen dominieren. Seine oft entlehnten Bilder und Schriften erinnern an die Pictures Generation, entsprechen aber zeitlich und gesellschaftskritisch der heutigen Zeit. Die Bedeutung seines Werkes liegt in der Aufdeckung von zeitgenössischer Ideologie und Gewalt unterhalb der Ebene des Alltagslebens, egal ob es sich um eine staatliche Broschüre oder die Beschreibung eines Verbrechens handelt. Er hinterfragt kulturelles Selbstverständnis und Autorität, wobei die gefundenen Bilder ihre eigene Falschheit offenbaren. Auch wenn er häufig Darstellungen der realen Welt verwendet, wirken sie oft wie eine Karikatur oder wie eine verstörende Erinnerung daran, wie wir bestimmte vorgegebene Bedingungen um uns herum wahrnehmen. Einarssons Spiel mit Politik, Soziologie und Popkultur hinterfragt einerseits die Gewöhnlichkeit an sich und andererseits die Distanziertheit, mit der wir uns oft sozialen Konstrukten nähern, egal ob es sich um Handbücher, Nachrichten oder Symbole handelt. DK

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