Donnerstag, 29. Oktober 2026 | Edition VFO

Podcast mit Valentin Rilliet


Installationsansicht von Valentin Rilliets Edition in der Ausstellung «Storylines»

Unser Podcast mit Valentin Rilliet erscheint im Rahmen der Ausstellung «Storylines». Der ursprünglich aus Genf stammende Künstler wurde von der Edition VFO eingeladen, einen Lithografie Workshop in der Steindruckerei Wolfensberger in Zürich zu realisieren. Daraus entstanden sind drei mittelgrosse und eine grossformatige Lithografie, die durch ihre dynamischen Kompositionen und ihre formale Vielfältigkeit bestechen. Im Gespräch mit Valérie Hashimoto erzählt Valentin Rilliet von seiner persönlichen Bildwelt, die in der Tradition des Magischen Realismus die Wirklichkeit mit dem Fantastischen verschmelzen lässt. Wir erfahren, wie Rilliets persönliche Wurzeln seine Bilder prägen und wie er seine erste Erfahrung mit Lithografie erlebt hat.

Neben Referenzen aus der westlichen Kunstgeschichte und der zeitgenössischen Kunst bilden chinesische Mythologie und Folklore eine wichtige Inspirationsquelle für Valentin Rilliet, dessen Mutter aus China stammt. Er bedient sich beispielsweise der Ikonografie der Lián Huàn Huà (连环画), eine beliebte chinesische Form des illustrierten Erzählens (oder kleinformatige Comicbücher), die im 20. Jahrhundert weit verbreitet war und Themen von der klassischen Literatur und Folklore bis hin zum zeitgenössischen Leben und politischen Ideologien behandelte. Aus diesen historischen, ideologisch aufgeladenen Bildern eignet sich Rilliet Figuren an und überführt sie durch seine Malerei in neue Kontexte. Dadurch untersucht er, wie er selbst über seine Erziehung durch chinesische Bildgeschichten beeinflusst wurde. Gleichzeitig lädt er die Betrachtenden ein, die Geschichten hinter und in seinen Malereien zu hinterfragen und sich eigene Erzählungen auszudenken.


Valentin Rilliet, «Harken, Sound Forth», 2025, Öl auf Leinwand, 160 x 260 cm

Ausgangspunkt für Valentin Rilliets Werke sind detailliert ausgearbeitete Bleistiftzeichnungen auf normalem Druckerpapier. Dies bildet das «Skelett» für seine teils mehrere Meter langen Gemälde. Im Malprozess operiert der Künstler bewusst zwischen Kontrolle und Intuition, sodass sich seine Kompositionen bis zum Schluss weiterentwickeln: Während neue Elemente hinzukommen, verschwinden andere wieder. Dabei spielt die visuelle Balance eine wichtige Rolle in seinen Entscheidungen. Sobald er anfängt, ein Bild mit Informationen zu überfüllen, weiss er, dass das Werk fertig ist. Die Betrachtenden sollen genug Raum haben für ihre eigenen Interpretationen.