Samstag, 26. Juli 2025 | Edition VFO

Podcast mit Anaïs Defago

Im Rahmen der Ausstellung «NEOGEO - Décalages féminins» erscheint ein neuer Podcast mit Anaïs Defago. Im Gespräch mit Valérie Hashimoto spricht die westschweizer Künstlerin auf Französisch über den urbanen Raum als Inspirationsquelle für ihre Skulpturen, Gemälde und Installationen, über die Rolle der Fotografie im kreativen Prozess, sowie über die Beziehung zwischen Fläche, Volumen und Raum in ihrem Werk.


Edition VFO Art Podcast · Edition VFO Podcast 31: Anaïs Defago

Während ihren Spaziergängen durch die Stadt interessiert sich Anaïs Defago für das, was sie mit dem fotografischen Begriff des «hors-champ» beschreibt, also dem, was ausserhalb des Blickfelds der Kamera liegt. Damit meint sie visuelle Details, die oft unbewusst wahrgenommen werden und dennoch unsere Erinnerungen prägen, wie Oberflächenstrukturen, architektonische Besonderheiten und Lichtspiele. In Defagos Kunst werden diese alltäglichen Elemente abstrahiert und auf das Essenzielle reduziert. So verwandelt die Künstlerin unsere urbane Umgebung in universelle Projektionsflächen für persönliche Erinnerungen und Emotionen.


Anaïs Defago bei der Produktion in der Druckerei von Raynald Métraux in Lausanne.

Im Abstraktionsprozess spielt die Fotografie eine wesentliche Rolle: einerseits beeinflussen der Blickwinkel und der Bildausschnitt die Komposition des zukünftigen Werkes und andererseits wird durch das fotografische Medium eine räumliche Situation auf zwei Dimensionen reduziert. Das Wechselspiel zwischen Flächigkeit und Tiefe ist ein wichtiger Aspekt in Defagos Praxis und ein konstituierendes Merkmal ihrer neuen Edition «IYI».


Ansicht der Ausstellung «Minuit Soleil» bei Wasteland, Zürich, 2021; Foto: Max Ehrengruber / Courtesy: die Künstlerin und Wasteland.

Das Licht spielt ebenfalls eine fundamentale Rolle in Defagos Oeuvre und wird immer wieder in Form gemalter Schatten als Trompe-l’Œil in das Kunstwerk integriert. Besonders interessant findet die Künstlerin das Zusammentreffen einer aufgemalten Lichtfläche mit natürlichen Sonnenstrahlen oder mit der künstlichen Beleuchtung des Ausstellungsraums. Für ihre Edition «IYI» hat sie den Hintergrund jeweils per Monotypie Verfahren in unterschiedlichen knalligen Farben gedruckt, um den Werken eine innere Leuchtkraft zu verleihen und ihren skulpturalen Charakter zu betonen.

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