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26.02.2021 | Edition VFO

Podcast mit Selina Trepp

Selina Trepp, "I'm Speaking", 2020, Holzschnitt, Siebdruck und von Hand applizierte Wasserfarbe, 50,8 x 41 cm.

Selina Trepp,"I'm Speaking", 2020, Holzschnitt, Siebdruck und von Hand applizierte Wasserfarbe, 50,8 x 41 cm.

Im ersten Podcast zur Edition Februar sprechen wir auf Englisch mit der in Chicago lebenden schweizerischen Künstlerin Selina Trepp. Für "Material Transformation" hat Selina Trepp das Werk "I’m Speaking" geschaffen, welches eine Edition von aquarellierten Holzschnitten und einen Film vereint. Im Podcast erfahren Sie mehr über das Zusammenspiel der Stop-Motion Animation mit den unbewegten Standbildern, über Selina Trepps besonderen Umgang mit Materialien sowie über ihre Gedanken zu Frauenbildern in der Kunst.

Ausstellungsansicht mit "I'm Speaking"

Ausstellungsansicht von "I'm Speaking" in der Edition VFO. Photo: Sabina Bösch

Bei der aktuellen Edition handelt es sich um Selina Trepps zweites Projekt mit Druckgrafik. Bereits beim ersten Mal erkannte die Künstlerin das Potenzial von Druckgrafik in Zusammenhang mit Stop-Motion Animation. Sie konnte diesen Ansatz allerdings nicht vertiefen, weil dies spezifisches Fachwissen und viel Geld erfordert. Durch die Arbeit für "Material Transformation" konnte Trepp die Beziehung zwischen Standbild und Video genauer untersuchen und zur Veranschaulichung von Situationen nutzen, in denen Menschen vom passiven Objekt der Betrachtung zum aktiven Gegenüber werden.

Selina Trepp, Selina Trepp, Nights, 2020,Tusche, Pastell, Acryl, Guache auf Leinwand, Holz.

Selina Trepp, Nights, 2020,Tusche, Pastell, Acryl, Guache auf Leinwand, Holz.

Das Motiv von "I’m Speaking" ist von der neuen US-Vizepräsidentin Kamala Harris inspiriert. Der Titel des Werkes weist auf einen Auftritt von Harris im Rahmen des letzten US-Wahlkampfes hin, als sie sich mit Selbstbewusstsein und Autorität dagegen wehrte, von ihrem Gegner Mike Pence ständig unterbrochen zu werden. In den USA stiess dieser Debattenauftritt auf viel Aufmerksamkeit, zahlreiche Frauen konnten sich mit dieser Situation identifizieren und der Satz "I’m Speaking" wurde zum Symbol weiblicher Stärke.

Selina Trepp, Why I do how I do, and what it does for me, 2018, Tusche auf Papier.

Selina Trepp, Why I do how I do, and what it does for me, 2018, Tusche auf Papier.

Seit 2012 bringt Selina Trepp keine neuen Materialien in ihr Atelier. Diese radikale Entscheidung hilft ihr in ihren kreativen Prozessen. Die Materialien im Atelier sind in einem ständigen Verwandlungsprozess - Trepps Beziehung zu ihnen ähnelt der einer Regisseurin mit Schauspieler*innen. Die Arbeit im Druckatelier ist eine bewusste Subversion dieser strikten Arbeitsweise.