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Podcast mit Federico Herrero

15.10.2020 | Edition VFO

   

Federico Herrero, «When color becomes form», Installationsansicht

 

In unserem aktuellen Bulletin finden Sie den neuen Podcast mit dem Künstler Federico Herrero. Wir haben mit ihm über seine Schaffensweise sowie die Lithografie Uvita gesprochen, die im Rahmen der Edition September für die Ausstellung «When color becomes form» entstanden ist. Wir freuen uns, zum ersten Mal einen Podcast auf Englisch zu präsentieren.
 
Federico Herreros neue Lithografie ist im Geiste seiner abstrakten Malerei entstanden. Seine Praxis nimmt Bezüge zur geometrisch-abstrakten Malerei und zur Tradition der murales Mittel- und Lateinamerikas auf, auch wenn sie sich ästhetisch von diesen ganz klar absetzt. Die Farbfelder und geheimnisvollen Landschaften und Figuren offenbaren eine Faszination für das Verwischen von Grenzen, indem sie trotz ihrer klaren Abgrenzung ineinander übergehen und eine organische Symbiose bilden.

Federico Herrero, Uvita, 2020, 7-farbige Lithografie.

 

Zum ersten Mal hat Herrero für die Edition VFO eine randabfallende Lithografie im Stile seiner Malerei geschaffen. Es handelt sich nicht – wie für seine Monotypien typisch, von denen vier in der Ausstellung gezeigt werden – um minimalistische Farbinterventionen, sondern um sieben satte Farben, die der Künstler verwendet hat, um den Geist seiner malerischen Schaffensweise zu veranschaulichen. Der Titel «Uvita» bezieht sich auf einen Ort an der Karibikküste Costa Ricas, einen mit Regenwald bewachsenen Hügel, der dem Meer zugewandt ist, auf flachem Wasser reflektiert und nach Aussage des Künstlers ein großartiger Ort zum Schwimmen ist. «Die neue Lithografie ist ein Porträt dieses Ortes, der Berg als Volumen und als Ton gesehen, schwankt zwischen dem Standpunkt der Erinnerung und einer sich ständig verändernden Beziehung zur Landschaft, vielleicht auch der Reise, um dorthin zu gelangen, wo all diese Informationen in Formen übersetzt werden, ein Dialog zwischen urbanen Strukturen und Natur», so der Künstler weiter.

Federico Herreros found paintings (gefundene Malereien), die der Künstler im Alltag findet und fotografiert, dienen ihm neben der Natur als Inspiration für seine Werke, (Foto: Federico Herrero).

 

Die farbgeladenen Ebenen und topographischen Elemente entstehen oft auch als ortsspezifische, ephemere Arbeiten. Dabei ist für Herrero wichtig, dass seine Kunst Menschen aus verschiedensten Teilen der Gesellschaft zusammenbringt und das künstlerische Schaffen mit ins Alltagsleben einbezieht. Bei seinen Interventionen an der Venedig-Biennale 2001, der Havanna-Biennale 2003, am Museu de Arte Moderne de Säo Paolo (MAM) 2013 oder am Pelican Estate in Südlondon 2016, verwandelte Herrero die alltägliche Umgebung – einen Spielplatz, Brückenstützen, ein Schwimmbad oder Fassaden – in Gemälde, die von oben oder von weit her sich als künstlerische Interventionen in das Stadtbild eingliedern.

Federico Herrero at MAM Museu de Arte Moderna de São Paulo, Panorama 33: Formas únicas da continuidade no espaço, (Foto: Federico Herrero).

Federico Herrero's ortsspezifische Installation für das MAM São Paulo, (Foto: Lisette Legnado).

 

Federico Herrero hat an zahlreichen internationalen Biennalen ausgestellt und erhielt den Preis für den besten Jungkünstler im Jahre 2001 an der Biennale in Venedig von Harald Szeemann. Seine Einzelausstellungen waren unter anderem in folgenden Institutionen zu sehen: im Museum of Contemporary Art in Chicago, im CCA Wattis Institute for Contemporary Arts in San Francisco, im Kunstverein Freiburg und dem Watari Museum of Contemporary Art in Tokyo. Die Retrospektive des Künstlers «Barreras Blandas» wird seit dem 4. August 2020 im Nationalmuseum von Costa Rica gezeigt.

«Barreras Blandas» im Museo Nacional de Costa Rica, (Foto: Federico Herrero).