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Medienmitteilung Edition August 2018

15.08.2018 | hp

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Edition August 2018

Ferdinand Arnold

*1946 Schlierbach (LU), lebt in Zürich

Ferdinand Arnolds Kunst beginnt mit einer entschiedenen Geste, einer bestimmten Markierung, die sich vor seinen Augen ereignet. Seine Formen bewahren ein Moment des Findens und erlauben es uns, dieses anhand eines Abdrucks und einer Farbigkeit nachzuvollziehen. So einfach sie scheinen, präsentiert sich in ihnen doch eine pointierte Wirklichkeit. Wie bei Hans Arp könnte man von «Konkretionen» sprechen, deren Formulierung aus einem glückhaften Zusammenwirken von Erinnerung und aktuellem Impuls entsteht. Auf den vorliegenden Blättern, der zweiten bei der Edition VFO herausgegebenen Gruppe seiner Linolschnitte, schweben die Formen einzeln über die weisse Fläche, im Raum unterwegs als kompakte Zurufe in der freien Sprache visueller Interjektion, die eine Aufforderung, eine Emotion oder etwas Gehörtes übermittelt. Es mag erstaunen, dass dies eine klare Sprache sei. Aber genau das ist der Eindruck, den die Formen auf den Blättern Ferdinand Arnolds hinterlassen. (Hannes Schüpbach) Druck: Thomi Wolfensberger, Zürich

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Ferdinand Arnold
Ohne Titel 3
2018 Linolschnitt, zweifarbig
54 x 38 cm
Auflage: 17




Felix Baudenbacher

*1977 Olten, lebt in London

Eines Tages erreicht das erste dieser Blätter einen Punkt, an dem keine farbliche Veränderung mehr möglich ist, und wartet dort auf die anderen drei, die - jedes in seinem eigenen Tempo - auch auf diesen Zustand hinsteuern. Irgendwann sind sie alle wieder gleich, Schatten ihrer heutigen selbst. (FB)
Druck: Felix Baudenbacher, London

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Felix Baudenbacher
PINK SUN
2018
Serigrafien, 4-teilig, einfarbig
je 23 x 17 cm
Auflage: 20




Yves Netzhammer

*1970 Schaffhausen, lebt in Zürich

Yves Netzhammer arbeitet an einem weitverzweigten, poetischen Bilderkosmos. In seinen Werken – Zeichnungen, Rauminstallationen, Videos – geht es dem Künstler um eine zeitgenössische Darstellung des Körpers, resp. um die Konsistenz gegenwärtiger Körpergefühle. Anklänge für sein Schaffen findet der Künstler zum Beispiel beim französischen Philosophen Michel Serres: „Die Sinne erzeugen den Körper stückweise, auf der Grundlage ihrer jeweiligen Tätigkeit.“ In den Videos ist alles Körperliche im Fluss, eine bizarre Wandlung führt zur nächsten, es werden einem Unheimlichkeiten dargereicht, die subkutan lange nachwirken. Nun haben wir hier aber drei Grafik-Blätter vor Augen! Natürlich etwas Spezielles: Die Darstellungen werden im Computer generiert und dann auf sehr klassische Weise (man will fast sagen: nach alter Mode) als Tiefdruck produziert: Eine glückliche «Cohabitation». Die Tiefdrucke sind «stehende» Bilder. Das bedeutet nun nicht, dass man alles rasch erfasst. Aber nein, Organe wickeln sich umeinander, Finger oder Krallen wachsen aus einem Bein, Gesichter und Tiere erscheinen, ein Entenschnabel lugt hervor. Netzhammer hebt hier den Deckel seiner Büchse ganz wenig hoch und heraus kommt eben ein poetischer Kosmos – auf jedem Blatt ein faszinierend eigenwilliger. Druck: Irene Meier und Urs Jost, Druckwerkstatt, Lenzburg

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Yves Netzhammer
Ohne Titel 1
2018
Fotoätzung, Aquatinta, Blindprägung
24 x 17,5 cm (Blatt: 38 x 28 cm)
Auflage: 15



Sebastian Utzni

*1981 Augsburg (D), lebt in Zürich William Hamilton diente von 1764 bis 1799 als britischer Diplomat am Hof des Königreichs Neapel und erforschte in dieser Zeit intensiv die italienischen Vulkane. Sein Leben wurde 1982 von Susan Sontag unter dem Titel The Volcano Lover zu Romanstoff. Sie erzählt darin Hamiltons ausschweifendes Leben vor dem Hintergrund der explosiven politischen Stimmung in Neapel zu jener Zeit, wobei der Vulkan als gleichzeitig faszinierendes als auch brodelndes Objekt immer wieder Symbolcharakter für die aktuelle Lage einnimmt. In den Siebdrucken von Sebastian Utzni wird dieses Symbol in die Jetztzeit transferiert: Wir befinden uns wieder in einer faszinierenden, gleichwohl brodelnden Zeit, in einer Weltlage, die jederzeit schnelle, unvorhergesehene Wendungen nehmen und explodieren kann. Ich habe einen Vulkan in mir: Nel petto un Vesuvio d’avere mi par, ruft Dorabella in Mozarts Oper Così fan tutte. Die Vulkanmotive sind aus dem bräunlich-roten Material der Reibefläche von Zündholzschachteln gedruckt. Farblich ist es geradezu klassisch, was bei diesen touristischen Motiven aber auch beunruhigend meditativ wirkt. Man könnte ein Zündholz nehmen und die Idylle zerstören.
Druck: Lorenz Boegli, Müntschemier

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Sebastian Utzni
Nel petto un Vesuvio d’avere mi par (Vesuvio)
2018
Serigrafie
20 x 30 cm
Auflage: 22




Not Vital

*1948 Sent, lebt in Beijing, Rio de Janeiro und Sent „Piz Nair“, „feiner Staub“, „tanzen“, „der Lärm in meinem Zimmer“, „ein Objekt, mit dem man nicht schlafen möchte“ – das sind Titel der neuen Arbeiten von Not Vital. Es handelt sich um eine Anthologie hintersinniger Geschichten, welche sich hier ausbreiten. Natur, surreales Bonmot, Witz: alles findet seinen Platz beim kosmopolitischen Künstler aus dem Engadin. Der Horizont erweitert sich beim Betrachten der Arbeiten (im Sinne von: Die allmähliche Verfertigung des Gedankens beim Schauen). Die Grafiken regen an und eventuell auch auf, beflügeln, sie schicken uns auf eine Reise, wir bleiben vor Ort und werden doch auch zu Weltbürgern.
Druck: Arno Hassler, Atelier de Gravure, Moutier


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Not Vital
Object you don’t want to sleep with
2018
Vernis mou
42,8 x 34,9 cm (Blatt: 57,3 x 46,9 cm)
Auflage: 35