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Edition August 2018

01.08.2018 | pe

Edition August 2018 (PDF)

Yves Netzhammer

*1970 Schaffhausen, lebt in Zürich, www.netzhammer.com

Yves Netzhammer arbeitet an einem weitverzweigten, poetischen Bilderkosmos. In seinen Werken – Zeichnungen,
Rauminstallationen, Videos – geht es dem Künstler um eine zeitgenössische Darstellung des Körpers, resp. um
die Konsistenz gegenwärtiger Körpergefühle. Anklänge für sein Schaffen fi ndet der Künstler zum Beispiel beim
französischen Philosophen Michel Serres: „Die Sinne erzeugen den Körper stückweise, auf der Grundlage ihrer
jeweiligen Tätigkeit.“
In den Videos ist alles Körperliche im Fluss, eine bizarre Wandlung führt zur nächsten, es werden einem Unheimlichkeiten
dargereicht, die subkutan lange nachwirken. Nun haben wir hier aber drei Grafi k-Blätter vor Augen! Natürlich etwas
Spezielles: Die Darstellungen werden im Computer generiert und dann auf sehr klassische Weise (man will fast sagen:
nach alter Mode) als Tiefdruck produziert: Eine glückliche «Cohabitation». Die Tiefdrucke sind «stehende» Bilder. Das
bedeutet nun nicht, dass man alles rasch erfasst. Aber nein, Organe wickeln sich umeinander, Finger oder Krallen
wachsen aus einem Bein, Gesichter und Tiere erscheinen, ein Entenschnabel lugt hervor. Netzhammer hebt hier
den Deckel seiner Büchse ganz wenig hoch und heraus kommt eben ein poetischer Kosmos – auf jedem Blatt ein
faszinierend eigenwilliger. – Druck: Irene Meier und Urs Jost, Druckwerkstatt, Lenzburg

Ohne Titel 1/2018

Ohne Titel 2/2018

Ohne Titel 3/2018

Ohne Titel 1-3 / 2018

Fotoätzung/Aquatinta/Blindprägung, 2-farbig (1+2), 4-farbig (3) 
Auflage: 17
Bild: je 24 x 17,5 cm
Blatt: je 38 x 28 cm
Preis: CHF 800.-
Alle 3 Arbeiten (2018) zusammen: CHF 2200.-

Not Vital

*1948 Sent, lebt in Beijing, Rio de Janeiro und Sent, www.notvital.com

Dies ist die dritte Edition Not Vitals für die Edition VFO. Der Künstler wie die Edition VFO, man merke auf, haben den
gleichen Jahrgang und feiern heuer einen runden Geburtstag – jetzt also eine Edition der Jubilare.
„Piz Nair“, „feiner Staub“, „tanzen“, „der Lärm in meinem Zimmer“, „ein Objekt, mit dem man nicht schlafen möchte“
– das sind Titel der neuen Arbeiten von Not Vital. Die Serie scheint bunt zusammengewürfelt. Es handelt sich um eine
Anthologie hintersinniger Geschichten, welche sich hier ausbreiten. Natur, surreales Bonmot, Witz: alles fi ndet seinen
Platz beim kosmopolitischen Künstler aus dem Engadin. Der Horizont erweitert sich beim Betrachten der Arbeiten (im
Sinne von: Die allmähliche Verfertigung des Gedankens beim Schauen). Die Grafi ken regen an und eventuell auch
auf, befl ügeln, sie schicken uns auf eine Reise, wir bleiben vor Ort und werden doch auch zu Weltbürgern.
Druck: Arno Hassler, Atelier de Gravure, Moutier

 1) Fine Dust, 2018
1) FINE DUST, 2018

2) PIZ NOT, 2018
2) PIZ NAIR, 2018

3) BALLAR, 2018

3) BALLAR, 2018

4) OBJECT YOU DON'T WANT TO SLEEP WITH, 2018

4) OBJECT YOU DON'T WANT TO SLEEP WITH, 2018

5)THE NOISE IN MY ROOM, 2018

5) THE NOISE IN MY ROOM, 2018

6)PIZ NOT (negativ), 2018

6) PIZ NAIR (negativ), 2018

1) Radierung
2) Aquatinta/Radierung
3) Vernis mou
4) Vernis mou
5) Aquatinta/Radierung
6) Aquatinta

Auflage: 35
Bild: je 42,8 x 34,9 cm
Blatt: je 57,3 x 46,9 cm
Preis: CHF 700.-
Preis 3 Arbeiten (1-3) und (4-6) je: CHF 1900.-
Preis alle 6 Arbeiten (1-6): CHF 3800.-

Sebastian Utzni

*1981 Augsburg (D), lebt in Zürich
www.sebastianutzni.com

Nel petto un Vesuvio d’avere mi par
William Hamilton diente von 1764 bis 1799 als britischer Diplomat am Hof des Königreichs Neapel und erforschte
in dieser Zeit intensiv die italienischen Vulkane. Sein Leben wurde 1982 von Susan Sontag unter dem Titel The
Volcano Lover zu Romanstoff. Sie erzählt darin Hamiltons ausschweifendes Leben vor dem Hintergrund der explosiven
politischen Stimmung in Neapel zu jener Zeit, wobei der Vulkan als gleichzeitig faszinierendes als auch brodelndes
Objekt immer wieder Symbolcharakter für die aktuelle Lage einnimmt.
In den Siebdrucken von Sebastian Utzni wird dieses Symbol in die Jetztzeit transferiert: Wir befi nden uns wieder
in einer faszinierenden, gleichwohl brodelnden Zeit, in einer Weltlage, die jederzeit schnelle, unvorhergesehene
Wendungen nehmen und explodieren kann. Ich habe einen Vulkan in mir: Nel petto un Vesuvio d’avere mi par, ruft
Dorabella in Mozarts Oper Così fan tutte. Die Vulkanmotive sind aus dem bräunlich-roten Material der Reibefl äche
von Zündholzschachteln gedruckt. Farblich ist es geradezu klassisch, was bei diesen touristischen Motiven aber auch
beunruhigend meditativ wirkt. Man könnte ein Zündholz nehmen und die Idylle zerstören. Druck: Lorenz Boegli, Müntschemier

Etna, 2018

Etna, 2018

Theide, 2018

Theide, 2018

Vesuvio, 2018

Vesuvio, 2018

Fuji-san, 2018

Fuji-san, 2018

Nel petto un Vesuvio d’avere mi par (Etna/Theide/Vesuvio/Fuji-san) 2018,
Serigrafien,
Auflage: 22
Bild / Blatt: 30 x 20 cm / 20 x 30 cm
Preis: CHF 240.-
Preis alle 4 Arbeiten (2018): CHF 800.-

Felix Baudenbacher

*1977 Olten, lebt in London
+44 (0) 758 222 24 52

Eines Tages erreicht das erste dieser Blätter einen Punkt, an dem keine farbliche Veränderung mehr möglich ist,
und wartet dort auf die anderen drei, die - jedes in seinem eigenen Tempo - auch auf diesen Zustand hinsteuern.
Irgendwann sind sie alle wieder gleich, Schatten ihrer heutigen selbst. – Druck: Felix Baudenbacher, London

PINK SUN, 2018

PINK SUN, 2018

Serigrafien 4-teilig, 1-farbig
Auflage: 20
Bild / Blatt: je 23 x 17cm
Preis: CHF 800.-

Ferdinand Arnold

*1946 Schlierbach (LU), lebt in Zürich


Ferdinand Arnolds Kunst beginnt mit einer entschiedenen Geste, einer bestimmten Markierung, die sich vor seinen
Augen ereignet. Seine Formen bewahren ein Moment des Findens und erlauben es uns, dieses anhand eines
Abdrucks und einer Farbigkeit nachzuvollziehen. So einfach sie scheinen, präsentiert sich in ihnen doch eine pointierte
Wirklichkeit. Wie bei Hans Arp könnte man von «Konkretionen» sprechen, deren Formulierung aus einem glückhaften
Zusammenwirken von Erinnerung und aktuellem Impuls entsteht. Auf den vorliegenden Blättern, der zweiten beim
VFO herausgegebenen Gruppe seiner Linolschnitte, schweben die Formen einzeln über die weisse Fläche, im Raum
unterwegs als kompakte Zurufe in der freien Sprache visueller Interjektion, die eine Aufforderung, eine Emotion oder
etwas Gehörtes übermittelt. Es mag erstaunen, dass dies eine klare Sprache sei. Aber genau das ist der Eindruck,
den die Formen auf den Blättern Ferdinand Arnolds hinterlassen. (Hannes Schüpbach)
Druck: Thomi Wolfensberger, Zürich

Ohne Titel 1/ 2018

Ohne Titel 1/ 2018

Ohne Titel 2/ 2018

Ohne Titel 2/ 2018

Ohne Titel 3/ 2018

Ohne Titel 3/ 2018

Linolschnitte, einfarbig (1+2), zweifarbig (3)
Auflage: 17
Blatt: 43 x 31 cm (1)
Blatt: 54 x 38 cm (2+3)
Preis: CHF 300.-
Preis alle 3 Arbeiten (2018) zusammen: CHF 800.-