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Edition Februar 2018

21.01.2018 | pe

Editionsblatt Februar 2018 (PDF)

Christian Herdeg *1942 Zürich, lebt in Zürich www.christianherdeg.com

Für die Edition VFO hat Christian Herdeg wieder ein Lichtobjekt geschaffen. Herdeg ist der bekannteste (und einzige) Künstler der Schweiz, der sich ausschliesslich der Lichtkunst verschrieben hat. Einen Teil seines Schaffens kann man auch als Farblichtmalerei bezeichnen.
Das Multiple „Citrus/Ocean Blue“ ist ein weiteres Werk der Serie „Licht vor Licht“, d.h., es sind zwei unterschiedliche Lichtquellen, Argon-Lichtröhren, hintereinander montiert: Citrus und Ocean Blue. Diese Zusammensetzung ergibt folgendes „Gemälde“: in der Mitte ein intensives oranges Licht, auf der Rückwand der Box blaue und an der Wand violette Lichtfelder.
Das Lichtverhalten kann wissenschaftlich erklärt werden. Licht wird absorbiert oder emittiert, es herrschen Gesetze von Physik und Chemie. Was das Licht in der Betrachterin/im Betrachter auslöst, entzieht sich streng wissenschaftlichen Kriterien. Ins Spiel kommen Atmosphäre, Gestimmtheit, Erinnerungen, Anziehungskraft, Ästhetik. Christian Herdeg überlässt/schenkt der betrachtenden Person die Deutungshoheit, es gibt keine Fixierung auf Religion, Psychologie, Politik, Farbenlehre etc. Das Objekt - mit einer Acrylglashaube werden die Lichtquellen geschützt - wird so zu einem „Licht-Behälter“, einem „Luxarium“, für individuelle Offenbarungen.

Lichtobjekt, Christian Herdeg

„Citrus/Ocean Blue“ 2018, Lichtobjekt, 2 Argonröhren, Acrylglashaube, Abmessung: 26 x 70 x 11,5 cm



Filib Schürmann *1976 Visp, lebt in Zürich www.filibschurmann.ch


Dem Nichtsichtbaren nahe sein

Das Gewissen schleift und schärft die raue Oberfläche einer elenden Wirklichkeit.
Bohrende Fragen. Ohne Klang und Wort ins Morgen.
Schwere Zungen stolpern über den doppelten Boden der Sprachlosigkeit.
Dahinter diffuse Bruchkanten einer Biographie.
Verzückung. Erschütterung.
Zuviel Lärm, zuviel Farbe.
Nervöse Empfindlichkeiten malen Trugbilder. Erinnerungsfetzen verbeißen sich
an einem Selbstportrait und füllen eine diffuse Abwesenheit auf.
Schattenhafte Sehnsüchte.
Ein unsorgfältig aufgeräumtes Leben öffnet den Abgrund zwischen dem, was ist,
und dem, was sein könnte.

Gesammeltes Schweigen.
Ich möchte hinter dem Sichtbaren dem Nichtsichtbaren nahe sein.

Druck: Thomi Wolfensberger, Zürich

Schuermann_Filip_Ohne_Titel_1_und_2_2017

Lithografien, 9-farbig, Bild/Blatt: 84 x 59,5 cm



Richard Deacon *1949 Bangor/Wales, lebt in London www.richarddeacon.net

Der britische Künstler Richard Deacon ist für seine plastischen Arbeiten in Keramik, Stahl, Aluminium, Holz bekannt. 2015 zeigte das Kunstmuseum Winterthur eine grosse Ausstellung über sein Werk („On The Other Side“).
Für die Edition VFO hat er nun vier Lithografien geschaffen. „On The Town“ 1-4 zeigen Schraffuren, Muster, Strukturen und „Gebilde“ in schwarz, blau, rot und grün. Inspiriert wurde der Künstler – wie es der Titel andeutet – von einer städtischen Landschaft. Deacon sieht in den vier Blättern urbane, unbegrenzte Oberflächen ohne Horizonte. Damit meint er aber nicht nur die Architektur, sondern auch das lustbetonte Treiben in der Stadt. „To be on the town“ bedeutet auch, dass man (in der Stadt) im Ausgang ist, Party macht, abfeiert.
Mit rhythmisch gesetzten Strichen oder einer nicht abgesetzten Linie evoziert Deacon eine Sicht auf das Unbändige der Stadt: kantig, weich, hart. Die kaum merkliche, leichte Unschärfe der Arbeiten 2 und 4 kommt durch den 2-fachen Druck der Kreidezeichnung (1x farbig, 1x schwarz) zustande. Ein sanftes Flimmern wird wahrnehmbar.
Für den britischen Künstler ist London DIE Stadt. Von ihr sagt man: „Who’s tired of London, is tired of life“ (wer London langweilig findet, findet das Leben langweilig). Die Grafiken sind eine (stille) Wucht an Bewegung und Leben und man kann sich, wie an London, nicht daran sattsehen. – Druck: Felix Bauer, Köln

Deacan_Richard_On_The_Town_1_bis_4_2017

Lithografien, 1-farbig (1+3), 2-farbig (2+4), Blatt: 51 x 42 cm


Barbara Heé *1957, St. Gallen, lebt in Hinwil

Die vorliegenden Chaviolas-Drucke sind die dritte Serie von Bildern des Oberengadins, welche die Edition VFO herausgibt (Chaviolas ist der Name einer bewaldeten Insel im Silsersee). Auf Heliogravüren und direkte Flachdrucke folgen jetzt Kohlenpigment Inkjetdrucke. Die fotografische Erkundung der Silser Landschaft ist eine Langzeitstudie Barbara Heés. Mit See, Berg, Wald, Schnee und Mond sind die wichtigsten Elemente wieder versammelt. Waren die früheren Editionen gespiegelte Panorama-Ansichten, so zeigen die neuen Werke scherenschnittartige Kontraste (1 und 3) und eine dunstige Unschärfe (2). Die Stimmungen der Landschaften sind dunkler geworden, aber sie bleiben erhaben und geheimnisvoll. Es sind zeitlose Aufnahmen. Die Natur, man weiss es, ist unberechenbar und gefährlich, doch man kann nicht umhin, das Poetische in den Bildern zu suchen und so der Sehnsucht nach der „unberührten“, paradiesischen Landschaft nachzugeben.
„Wenn Barbara Heé uns einlädt, in ihr Langzeitprojekt ’Chaviolas’ einzutauchen, so lässt sie uns an einem ästhetischen und philosophischen Prozess des Befragens, Negierens und Synthetisierens teilhaben. Die Recherche führt von Innen nach Aussen – und wieder zurück. Wir werden Zeugen, wie sie den ‚Atemraum des Vertrauens’ auslotet, die Natur nach Ordnungen, Rhythmen absucht, bestimmten Strukturen nachspürt und ihre Bilder zu Resonanzkörpern dieser klingenden Welt werden lässt.“ (Claudia Jolles, aus: Barbara Heé, Chaviolas, Verlag Lars Müller, 2010)
Druck: Ursula Heidelberger, Laboratorium, Zürich

Hee_Barbara_Chaviolas_1_bis_3_2018

Kohlenpigment Inkjetdrucke, Bild: 18 x 27 cm, Blatt: 29,7 x 38,2 cm


Edition Februar 2018 Ausstellung 07. Februar – 16. Mai 2018 Auflage Preis

Richard Deacon *1949
London

„On The Town“ 1/2017, Lithografie, 1-farbig
„On The Town“ 2/2017, Lithografie, 2-farbig
„On The Town“ 3/2017, Lithografie, 1-farbig
„On The Town“ 4/2017, Lithografie, 2-farbig
Alle 4 Arbeiten (1-4/2017)

30
30
30
30

400.-
400.-
400.-
400.-
1400.-

Barbara Heé *1957
Hinwil

Chaviolas 1/2018, Kohlenpigment Inkjetdruck
Chaviolas 2/2018, Kohlenpigment Inkjetdruck
Chaviolas 3/2018, Kohlenpigment Inkjetdruck
Alle 3 Arbeiten (1-3/2018)

35
35
35

300.-
300.-
300.-
800.-

Christian Herdeg *1942

„Citrus/Ocean Blue“, 2018, Lichtobjekt
2 Argonröhren, Acrylglashaube

21

3400.-

Filib Schürmann *1976
Zürich

Ohne Titel 1/2017, Lithografie, 9-farbig
Ohne Titel 2/2017, Lithografie, 9-farbig

25
25

600.-
600.-

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