Cassidy Toner

*1992, Baltimore, Maryland, USA, lebt und arbeitet in Basel

https://cassidytoner.com/

Februar 2026

  1. Circling Birdies (Yellow), 2025
    Circling Birdies (Yellow), 2025 Heliogravur und Aquatinta
    Auflage: 12
    Bildgröße: 40,00 x 30,00 cm
    Blattgröße: 65,50 x 50,50 cm
    Produktion: Arno Hassler, Crémines
    CHF 800.00
  2. Circling Birdies (Magenta), 2025
    Circling Birdies (Magenta), 2025 Heliogravur und Aquatinta
    Auflage: 12
    Bildgröße: 40,00 x 30,00 cm
    Blattgröße: 65,50 x 50,50 cm
    Produktion: Arno Hassler, Crémines
    CHF 800.00
  3. Circling Birdies (Blue), 2025
    Circling Birdies (Blue), 2025 Heliogravur und Aquatinta
    Auflage: 12
    Bildgröße: 40,00 x 30,00 cm
    Blattgröße: 65,50 x 50,50 cm
    Produktion: Arno Hassler, Crémines
    CHF 800.00

In ihrer Edition «Circling Birdies» nutzt Cassidy Toner das klassische Verfahren des Tiefdrucks, um die Fotografie als mechanisches Abbild der Realität ihrer persönlichen Seherfahrung gegenüberzustellen. Die aus drei Motiven bestehende Serie ist eine Ode an die Subjektivität unserer visuellen Wahrnehmung. Sie erscheint in Zusammenarbeit mit dem Prix Mobilière 2026, der in diesem Jahr an die in Basel lebende Künstlerin verliehen wird.

Bei den drei Sujets handelt es sich um atmosphärische Nahaufnahmen von Lichterketten in einem abgedunkelten Raum. Stillleben und Lichtstudien zugleich, erinnern Cassidy Toners Kompositionen vage an durch Kerzenlicht beleuchtete Nachtstücke im Stil des französischen Barockmalers Georges de La Tour (1593–1652). Doch anders als bei der kontrastreichen Chiaroscuro-Malerei sind die Lichteffekte in Toners Werken keine dramaturgischen Gestaltungsmittel, um eine Geschichte besonders ausdrucksvoll zu erzählen; sie sind vielmehr das eigentliche Subjekt der Bilder. Es geht um die feinen Grauabstufungen des Plastikkabels, die Textur des Hintergrunds und die einnehmende Haptik der monochromen Farbflächen, die dasselbe Schwarz in unterschiedlichen Wärmetönen inszenieren. Im Zentrum stehen jeweils die sternförmigen Lichtkreuze, die von den hellen Lichtquellen ausstrahlen. Lange ging die Künstlerin davon aus, dass alle Menschen solche Beugungsstrukturen gleich wahrnehmen. Die ernüchternde Feststellung, dass dieses optische Phänomen teilweise durch ihre eigenen Augenerkrankungen bedingt ist und von Person zu Person unterschiedlich stark ausgeprägt ist, hat sie zu diesem Werk inspiriert.

In Cassidy Toners Herangehensweise wird das künstlerische Medium meist von der Idee bestimmt, in diesem Fall die Individualität der Seherfahrung darzustellen. Dazu hat sie beim Fotografieren der Lichterketten die Kamera so eingestellt, dass keine Lichtkreuze im Bild erscheinen. Nachdem die digitalen Aufnahmen als Heliogravur auf die Druckplatte belichtet wurden, hat die Künstlerin vor dem Ätzprozess die Strahlen von Hand hinzugefügt. Diese manuelle Verarbeitung verleiht den Abzügen eine grafische Direktheit, die einen spannungsvollen Kontrast zur samtigen Qualität der Heliogravur bildet. Zusätzlich wurde für jedes Motiv mit Aquatinta eine einfarbige Fläche gedruckt, um die Kompositionen mit unterschiedlichen Stimmungen zu untermalen und zugleich das grelle Leuchten der Glühbirnen zu unterstreichen. Der vermeintlichen Objektivität der Fotografie setzt Cassidy Toner ihre persönliche Wahrnehmung entgegen. Ihre Geste, das Bild auf der Platte manuell zu verändern, ist humorvoll, kindlich und naiv – eine trotzige Rektifikation der abgebildeten Realität.

Der Titel «Circling Birdies» ist eine Referenz an die Welt des Zeichentrickfilms und bezeichnet kreisende, zwitschernde Vögel oder funkelnde Sterne, die als Symbol für ein Schwindelgefühl um den Kopf einer Figur dargestellt werden. Ob als ernster Verweis auf das wissenschaftlich belegte Phänomen des «Sternchen sehens» oder als selbstironische Anspielung auf die eigene Benommenheit – mit der Referenz an die Populärkultur schafft Cassidy Toner einen einladenden, lockeren Zugang zu ihrem Werk.

Cassidy Toner (*1992 in Baltimore, Maryland USA) lebt und arbeitet seit 2016 in Basel, wo sie 2018 ihren Master of Fine Arts an der FHNW abgeschlossen hat. Sie wurde 2025 mit dem Manor Kunstpreis und 2021 mit dem Kiefer Hablitzel Preis ausgezeichnet. Ihre Werke wurden in zahlreichen Institutionen gezeigt, darunter in der Kunsthalle Zürich (2023) und im Swiss Institute in New York (2020).

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