Andriu Deplazes

*1993 Zürich, lebt und arbeitet in Marseille

https://www.peterkilchmann.com/artists/andriu-deplazes

Februar 2024

  1. Gerasterte Weite, 2023
    Gerasterte Weite, 2023 Lithografie
    Auflage: 20
    Blattgröße: 69,00 x 106,00 cm
    Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich

    vergriffen

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  2. Trompetersoldat (Flötist), 2023
    Trompetersoldat (Flötist), 2023 Lithografie
    Auflage: 20
    Blattgröße: 89,50 x 62,80 cm
    Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich

    vergriffen

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  3. Zwei Körper auf Kanapee, 2023
    Zwei Körper auf Kanapee, 2023 Lithografie
    Auflage: 20
    Blattgröße: 75,00 x 90,00 cm
    Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich
    CHF 1’000.00
Andriu Deplazes hat im Jahr 2023 drei grossformatige Lithografien geschaffen, die Teil der Ausstellung «On Thresholds and Boundaries» sind. Die Arbeiten finden in drei verschiedenen Szenarien statt, die jeweils eine einzigartige Perspektive bieten. Das erste Werk zeigt die Sicht des Künstlers auf Natur und Landschaft (Makro), während das zweite die Beziehung zwischen persönlichen, organisatorischen und ökologischen Strukturen (Meso) beleuchtet. Das dritte Werk fungiert als Allegorie auf die menschliche Verletzlichkeit im privaten Bereich (Mikro). Die Werke zeigen Deplazes einzigartige malerische Sprache in der Lithographie als Synthese von Zeichnung und Malerei.

Makro: Das grösste der drei Werke auf Papier zeigt eine weite und erhabene Landschaft. Am Horizont begrenzen die Zinnen der Alpen die Szenerie und weisen in den Himmel. Es scheint, als seien über das gesamte Werk vereinzelte Figuren verstreut, die einen Kontrast zu der sich ausbreitenden Landschaft im Hintergrund und der blühenden Wiese im Vordergrund bilden. Kleine Bäume, Zypressen oder Pappeln trennen die tausenden von Feldern mit Hecken ab und schaffen eine künstliche, von Menschenhand geschaffene Idylle. Die Farbpalette ist kräftig und vielseitig und reicht von Gelb und Rot bis hin zu Blau und Grün.

Meso: Das zweite Werk nimmt eine bestimmte Person als Beispiel: Ein Trompetensoldat, ein Flötist, steht in seiner perfekt sitzenden Militärkleidung inmitten eines Mohnbeetes im Mittelpunkt. Im Hintergrund befindet sich eine herrliche Landschaft mit einem makellos zentrierten See, der von Bergen umgeben ist. Die Uniform suggeriert, dass es sich um eine starke Figur handelt, die etwas Grösseres repräsentiert - ein Land, eine Idee, eine imaginäre Gemeinschaft, doch das Gesicht der Figur ist blass, und ihr unsicherer Blick ist auf den Betrachter gerichtet. Die Mohnblume wird gemeinhin als Symbol des Gedenkens an gefallene Soldaten verwendet, was die emotionale Funktion eines Militärmusikers ironisch unterstreicht. Auch wenn es Nuancen von Grün und Blau gibt, oszilliert das Farbspektrum zwischen tiefem Rot und kräftigen Gelb, sodass das Werk wie ein Duoton erscheint.

Mikro: Das dritte Werk zeigt zwei Figuren auf einem roten Sofa vor einem kontrastierenden lila Hintergrund und einem grau karierten Boden. Die androgynen und blassen Personen sind unbekleidet und tragen ein Unterkleid, das wie ein Tuch um ihre Hüften aussieht. Es erinnert an ein antikes Lendentuch, mit dem vor allem Jesus am Kreuz dargestellt wurde und das die Verletzlichkeit und Vergänglichkeit des menschlichen Körpers symbolisiert. Der Kopf der einen Figur liegt auf dem Schoss der anderen. Während sie miteinander verbunden scheinen, verrät ihr Blick ihre Einsamkeit. Die Körper sind wachsartig, kastenförmig und weich zugleich und offenbaren ihre leichte Deformierung als eine materielle Tatsache.

Andriu Deplazes letzte Einzelausstellungen waren in der Galerie Peter Kilchmann, Paris (2023) und in der Collezione Maramotti, Reggio Emilia (2023) zu sehen. Weitere Einzelausstellungen fanden im Bündner Kunstmuseum Chur (2019) und im Kunstverein Friedrichshafen (2018) statt. Werke des Künstlers befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Aargauer Kunsthauses, Aarau und des Museums Allerheiligen, Schaffhausen. Der Künstler wurde sowohl mit dem Manor- als auch mit dem Helvetia-Kunstpreis 2019 ausgezeichnet. Seine Werke werden 2024 in der Gruppenausstellung «Apropos Hodler» im Kunsthaus Zürich zu sehen sein.
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