September 2024

  1. TEKTUR I, 2024
    TEKTUR I, 2024 Lithografie
    Auflage: 25
    Bildgröße: 41,00 x 39,00 cm
    Blattgröße: 41,00 x 39,00 cm
    Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
    CHF 740.00
  2. TEKTUR II, 2024
    TEKTUR II, 2024 Lithografie
    Auflage: 25
    Bildgröße: 41,00 x 39,00 cm
    Blattgröße: 41,00 x 39,00 cm
    Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
    CHF 740.00
  3. TEKTUR III, 2024
    TEKTUR III, 2024 Lithografie
    Auflage: 25
    Bildgröße: 41,00 x 39,00 cm
    Blattgröße: 41,00 x 39,00 cm
    Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
    CHF 740.00
  4. TEKTUR IV, 2024
    TEKTUR IV, 2024 Lithografie
    Auflage: 25
    Bildgröße: 41,00 x 39,00 cm
    Blattgröße: 41,00 x 39,00 cm
    Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
    CHF 740.00

Beat Zoderer hat erstmals in Zusammenarbeit mit der Steindruckerei Thomi Wolfensberger vier neue Lithografien geschaffen. Seine früheren Arbeiten für die Edition VFO sind stets in der für ihn typischen Technik des Siebdrucks entstanden. Die aktuellen Editionen zeichnen sich durch eine neue, intensive Auseinandersetzung mit Form, Farbe und dem handwerklichen Druckprozess aus. Die aufwändige Produktion der Lithografien erstreckte sich über einen ungewöhnlich langen Zeitraum von mehr als drei Wochen, in denen Beat Zoderer regelmässig in der Steindruckerei Thomi Wolfensberger an der Farbgebung und Weiterentwicklung der vier Sujets arbeitete.

Die Lithografien im handlichen Format 41 x 39 cm zeichnen sich durch geometrische Elemente – Quadrate und Linien – aus, die sorgfältig auf die lithografischen Steine gezeichnet und geklebt wurden. In einem aufwendigen Prozess wurden diese Formen in jeweils acht verschiedenen Farben gedruckt. Was auf den ersten Blick wie präzise konstruktive Kompositionen wirkt, offenbart bei näherer Betrachtung eine subtile Dynamik, die durch die Schichtung und Überlagerung der Farben entsteht. Die Arbeiten orientieren sich an Zoderers Papierarbeiten, den gleichnamigen Tekturen und den Rasteraquarellen.

Eine Besonderheit dieser Serie ist die Verwendung von Deckweiss, das nach dem Farbdruck nochmals über die Sujets gelegt wurde. Dadurch entsteht ein spannendes Spiel zwischen Transparenz und Opazität, in dem sich die Farben auf unerwartete Weise verändern und überlagern. Das Deckweiss fungiert nicht nur als deckender Abschluss, sondern als aktiver Bestandteil des Werkes, der die darunter liegenden Farbschichten partiell durchscheinen lässt und so die Komposition verändert.

Dieser Prozess der Schichtung und Überlagerung zeigt exemplarisch, wie der Druck selbst die Bildentstehung bestimmt. Maschinelle Präzision und handwerkliche Kontrolle verschmelzen zu einem künstlerischen Dialog, in dem die Materialität des Drucks eine zentrale Rolle spielt. Die Transparenz und die daraus resultierenden visuellen Effekte machen den Druckprozess nicht nur zu einem Mittel der Bildproduktion, sondern zu einem entscheidenden künstlerischen Werkzeug, das das Endergebnis massgeblich beeinflusst.

Die letzten institutionellen Einzelausstellungen von Beat Zoderer wurden im Museum Voorlinden in Wassenaar (2022), im Kunstmuseum Ahlen (2021) und im Neuen Museum Nürnberg (2018) gezeigt. Seine Werke befinden sich in den Sammlungen des Kunstmuseum Reutlingen, der Borusan Contemporary in Istanbul, und des FRAC Ile-de-France in Paris.

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  1. Shapeshifter 1, 2024
    Shapeshifter 1, 2024 Lentikulardruck und UV-Druck auf Plexiglas
    Auflage: 12
    Bildgröße: 40,00 x 26,00 cm
    Blattgröße: 40,00 x 26,00 cm
    Produktion: Studio Olga Titus, Winterthur

    vergriffen

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  2. Shapeshifter 2, 2024
    Shapeshifter 2, 2024 Lentikulardruck und UV-Druck auf Plexiglas
    Auflage: 12
    Bildgröße: 40,00 x 26,00 cm
    Blattgröße: 40,00 x 26,00 cm
    Produktion: Studio Olga Titus, Winterthur

    vergriffen

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  3. Shapeshifter 3, 2024
    Shapeshifter 3, 2024 Lentikulardruck und UV-Druck auf Plexiglas
    Auflage: 12
    Bildgröße: 40,00 x 26,00 cm
    Blattgröße: 40,00 x 26,00 cm
    Produktion: Studio Olga Titus, Winterthur
    CHF 920.00

Die Edition von Olga Titus besteht aus drei Plexiglas Arbeiten mit wuchernden Farben und faszinierender Tiefe. Je nach Blickwinkel erscheinen andere Motive, die an Vegetation, Wasser, Früchte, Insekten oder wurmartige Gebilde erinnern mögen. Diesen changierenden Effekt sowie den Eindruck von Dreidimensionalität erzeugt die Künstlerin mit dem Verfahren des Lentikulardrucks, der durch Postkarten mit Wechsel- oder Wackelbildern popularisiert wurde. Die Künstlerin hat diese Technik bereits für andere Werke verwendet, allerdings hat sie für diese Edition erstmals mit einem UV-Druck eine zusätzliche Bildebene hinzugefügt. Die matten Linien des UV-Drucks wirken im Gegensatz zum Lentikularbild sehr zeichnerisch und flach. Sie kreieren eine Art physische Grenze zu der dahinter schimmernden Traumlandschaft und verstärken so deren immersiven, virtuellen Charakter.

Die Kunst von Olga Titus bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Materialität und Digitalität. Ihre Bilder funktionieren wie mehrschichtige Collagen, in denen sich die einzelnen Elemente überlagern und ineinander verschmelzen. Viele der verwendeten Motive findet Titus im Internet. Andere stammen aus gedruckten Bildquellen, vorzugsweise aus nostalgisch aufgeladenen Zeitschriften aus dem Brockenhaus. Die Entwicklung der digitalen Bildkompositionen ist genauso wichtig wie ihre Übertragung ins Analoge. Bei der materiellen Umsetzung ihrer Werke bezieht die Künstlerin das Licht und die Bewegung der Betrachtenden mit ein, um fluide, sich stetig verändernde Bilder hervorzurufen. Dazu verwendet sie Paillettenstoffe, irisierende Materialien oder seit kurzem Lentikulardrucke wie in der vorliegenden Edition.

Die elaborierte Bildsprache von Olga Titus zeichnet sich durch eine absorbierende Üppigkeit und bunte Farbigkeit aus. Ihre digitalen Collagen werden oft mit Videospielen, Folklore, Bollywood und Pop-Kultur-Kitsch assoziiert. Mit dieser Vermischung unterschiedlicher Ästhetiken thematisiert die Künstlerin Stereotypen sowie Ausdrucksformen kultureller Identitäten. In ihren Werken arbeitet sie nicht nur mit der Vielschichtigkeit der Bilder, sondern auch mit der Vielschichtigkeit unserer Wahrnehmung.

Olga Titus erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kunstpreis Kunstmuseum Winterthur (2019) und den Kunstpreis des Bündner Kunstvereins (2022). Einzelausstellungen hatte sie unter anderem in der Kunsthalle Luzern (2018), bei Whitebox Harlem in New York (2019), in der Kunsthalle Darmstadt (2021) und zuletzt im Kunstmuseum Thurgau (2024). Ihre Werke sind in zahlreichen Sammlungen vertreten, darunter die des Kunstmuseum Wallis in Sitten, des Deji Art Museum Nanjing in China und der Stadt Zürich.

Die Produktion dieser Arbeiten wurde durch die Fachstelle Kunstsammlung des Kantons Zürich ermöglicht.

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  1. A travers le temps 1, 2024
    A travers le temps 1, 2024 Lithografie auf Japanpapier, montiert auf Büttenpapier
    Auflage: 20
    Bildgröße: 50,00 x 40,00 cm
    Blattgröße: 53,00 x 43,00 cm
    Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
    CHF 580.00
  2. A travers le temps 2, 2024
    A travers le temps 2, 2024 Lithografie auf Japanpapier, montiert auf Büttenpapier
    Auflage: 20
    Bildgröße: 50,00 x 40,00 cm
    Blattgröße: 53,00 x 43,00 cm
    Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
    CHF 580.00
  3. A travers le temps 3, 2024
    A travers le temps 3, 2024 Lithografie auf Japanpapier, montiert auf Büttenpapier
    Auflage: 20
    Bildgröße: 50,00 x 40,00 cm
    Blattgröße: 53,00 x 43,00 cm
    Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
    CHF 580.00

Mingjun Luos Lithografien «A travers le temps» sind die Fortsetzung einer Werkreihe, die sie 1994 unter dem Titel «Break up» begonnen hat. In diesen Tuschemalereien auf Chinapapier setzt die Künstlerin zufällige Tintenpunkte auf den Bildträger, um rhythmische Konstellationen entstehen zu lassen, die sie meist in grösseren Werkgruppen als Wandinstallationen präsentiert. Die Künstlerin hat die Serie kontinuierlich weiterentwickelt, indem sie das dünne Papier auf unterschiedlichen Materialien wie Holz oder Leinwand aufzog, mit unterschiedlichen Formaten arbeitete oder die Anzahl der an der Wand präsentierten Bilder variierte. Für die neue Serie hat Luo ihre Sternbilder erstmals in ein druckgrafisches Medium übersetzt. Davor hatte die Künstlerin bereits mit Lithografie gearbeitet, allerdings nur für zeichnerische Werke, die mit der Lithokreide und nicht mit Tusche ausgeführt wurden.

Obwohl die drei Lithografien der Serie «A travers le temps» abstrakt wirken, verfolgt Mingjun Luo mit diesen Arbeiten kein rein formales Ziel. «Break up», der Titel der ersten Kompositionen dieser Art, lässt ahnen, dass die Werke das Resultat einer Trennung, eines Auseinandernehmens sind. Tatsächlich befasst sich die Künstlerin seit über 30 Jahren mit der Tradition der chinesischen Kalligrafie und Landschaftsmalerei. Diese Auseinandersetzung führte Luo zu einer graduellen visuellen Dekonstruktion von Texten, Schriftzeichen und schliesslich des einzelnen Pinselstriches, der im Punkt mündete. Diese abstrahierende Reduktion der Form bedeutet allerdings nicht das Auslöschen des Inhaltes. Genauso wie ein Stein, der in einer chinesischen Landschaft nicht rein gegenständlich zu verstehen ist, sondern auch eine Philosophie vermitteln will, bleiben die Punkte von Mingjun Luo beseelt von einer Idee und können etwas Gegenständliches in unser Denken einschreiben.

Neben dem Wechselspiel zwischen Abstraktion und Figuration spielt auch die Spannung zwischen der chinesischen und der westlichen Kunstpraxis eine wichtige Rolle in Mingjun Luos Œuvre. Nachdem sich die Künstlerin während des Studiums an der Kunstakademie von Hunan auf die westliche Technik der Ölmalerei spezialisiert hatte, begann sie nach ihrer Ankunft in der Schweiz 1987 mit Tusche zu arbeiten. So bedeutet der Titel «Break up» auch eine Emanzipation ihrer akademischen Ausbildung, die vom sozialistischen Realismus geprägt war. Heute arbeitet Luo sowohl mit Tusche auf Papier wie auch mit Öl auf Leinwand, um die Konzepte von Identität und Erinnerung zu erforschen.

Institutionelle Einzelausstellungen, die den künstlerischen Werdegang von Mingjun Luo geprägt haben, fanden im Creek Art Center in Shanghai (2006), im Kunsthaus Pasquart in Biel (2008) und im Musée d’art de Pully (2016) statt. Zudem wurden ihre Werke unter anderem im Museo Correr in Venedig (2024), im Song Eun Art Space in Seoul (2023) und im Musée d’art et d’histoire de Neuchâtel (2021) gezeigt. Ihre Werke befinden sich in zahlreichen Sammlungen, wie der Uli Sigg Sammlung, im Nanjo Museum of Art in Okinawa, und im Yuan Center of Art in Beijing.

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  1. At the time of the first flowers II, 2024
    At the time of the first flowers II, 2024 Lithografie
    Auflage: 12
    Bildgröße: 42,10 x 35,80 cm
    Blattgröße: 42,10 x 35,80 cm
    Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
    CHF 680.00

«Zur Zeit der ersten Blumen war dieses Land flach und reich an Ammoniten
die Landschaft befand sich in einem Zustand des Werdens, ähnlich wie jetzt
es gab keine Grenzen unter diesem blauen Himmel.
Zur Zeit der ersten Blumen hätte warmes Salzwasser dich ertränkt, wo du stehst.»
Laura Arminda Kingsley

Für diese lithografische Edition experimentierte Laura Arminda Kingsley mit ihrer kontinuierlichen Praxis des Linolschnitts, indem sie eine Linoleumplatte als Ausgangspunkt verwendete und diese auf einen Lithografiestein druckte. Anschliessend hat sie den Stein mit Tinte und Wachsstiften bearbeitet, um malerische Effekte zu erzielen, die nur im lithografischen Medium möglich sind. Das Endergebnis besteht aus mehreren fein abgestuften Druckschichten, die durch das Hinzufügen weiterer Platten sowie durch das Ätzen mit Gummiarabikum entstanden sind.

Mit dieser Edition taucht Kingsley tiefer in ihre Werkserie «Murmurs of the Deep» ein, an der sie seit 2020 arbeitet. Diese Werkserie lädt dazu ein, sich vorzustellen, was ein menschliches Wesen jenseits hierarchischer Konstruktionen von «race» und Gender ist. Inspiriert von wissenschaftlichen Darstellungen, insbesondere aus der Biologie, die als Radierungen verbreitet wurden, entwickelt die Künstlerin sowohl grafische als auch organische Kompositionen. Sie erforscht unsere Verbindung zueinander und zu allen anderen Lebensformen auf der Erde aus einer «deep time»-Perspektive. Um ihre Denkansätze mit anderen zu teilen, schafft sie Gemälde, Skulpturen, Animationen, Gedichte und Performances.

Laura Arminda Kingsley studierte bildende Kunst an der Chavón School of Design in der Dominikanischen Republik sowie am Hunter College in New York und am California College of the Arts in San Francisco. Ihre öffentlichen Kunstprojekte wurden unter anderem im Rahmen von «Sculpture in the City» in London (2021), «Tableau Zurich» (2023) und «Twingi Land Art» im Wallis (2024) gezeigt. Ausstellungsbeteiligungen umfassen unter anderem das Helmhaus Zürich (2024), das CICA Museum in Seoul (2021), das Berkeley Art Center (2021), das Kamene Art Center in Nairobi (2024) sowie das Aargauer Kunsthaus (2023 und 2021).

Die Produktion dieser Arbeiten wurde durch die Fachstelle Kunstsammlung des Kantons Zürich ermöglicht.

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  1. Edition «Kleiderbügel», 2024
    Edition «Kleiderbügel», 2024 Kleiderbügel (Metall), Klebeband, Markierstift
    Auflage: 7
    Abmessung: 22,00 x 41,00 x 0,30 cm
    Produktion: Thomas Hirschhorn, Paris

    vergriffen

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Bekannt für das Verwandeln banaler Gegenstände in Träger subtiler Botschaften realisiert Thomas Hirschhorn mit einfachen Materialien komplexe Installationen. In seiner neuen Kleinstedition für die Edition VFO benutzte Hirschhorn für ihn typische Materialien, wie einen Einweg-Kleiderbügel und Scotch Tape. Die Quelle für diese Arbeit liegt bei den amerikanischen «Dry Cleaner-Kleiderbügeln», an denen die sauberen Kleider hängen. «WE ❤ OUR CUSTOMERS» steht zum Beispiel auf den dreieckförmigen Papieren, die die Draht- oder Plastik-Aufhänger verzieren. Die mit der Aufschrift «I ❤ Robert Walser» illustrierten Objekte verbinden zwei Aspekte von Hirschhorns Werk: die Wertschätzung für das Einfache und das Geistige sowie eine alltägliche Hommage an das literarische Erbe Robert Walsers.

Ein zentrales Thema in Hirschhorns Werk ist seine Auseinandersetzung mit verschiedenen historischen Persönlichkeiten. Der Künstler realisierte zahlreiche Grossprojekte, die verschiedenen Schriftstellern, Kunstschaffenden oder Philosophen gewidmet wurden, wie beispielsweise das Spinoza Monument (1999 Amsterdam), das Deleuze Monument (2000 Avignon) oder das Gramsci Monument (2013 New York City). 2019 realisierte Hirschhorn in Biel das Grossprojekt «Robert Walser Sculpture», eine begehbare Skulptur, die Walsers Leben und Werk gewidmet war. Walser, dessen Werk sich oft mit den kleinen, unscheinbaren Aspekten des Lebens beschäftigt, scheint eine Inspirationsquelle für Hirschhorns künstlerische Praxis zu sein. Die temporäre Installation diente als Plattform für Lesungen, Diskussionen und künstlerische Interventionen. Sie war ein Manifest für die Bedeutung von Literatur und Kunst im öffentlichen Raum und ein Versuch, Walsers Werk einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Thomas Hirschhorn ist bekannt für seine radikale Ästhetik und die Verwendung von einfachen Materialen wie Klebeband, Karton und Alufolie. Diese Materialien, die normalerweise als minderwertig oder vergänglich angesehen werden, verwandelt er in Kunstwerke, die die Kluft zwischen dem Erhabenen und dem Alltäglichen überbrücken, oder wie er selbst sagen würde, die «universell, wirtschaftlich, integrativ sind, und keinen Mehrwert haben» . Seine Arbeiten sind politisch und sozial engagiert und zielen darauf ab, die Aufmerksamkeit auf Themen wie Ungleichheit, Machtstrukturen und die Rolle der Kunst in der Gesellschaft zu lenken.

Thomas Hirschhorn zeigte kürzlich Einzelausstellungen im MAXXI Roma (2021/22), in der Kunsthal Aarhus (2019) und im Palais de Tokyo in Paris (2014). Seine Werke sind in vielen Sammlungen weltweit, darunter im MoMA in New York, der Tate Modern in London und dem Centre Pompidou in Paris vertreten. Er war mehrfach Teilnehmer der Biennale in Venedig und sein Werk wurde unter anderem mit dem Prix Marcel Duchamp (2000) und dem Prix Meret Oppenheim (2018) gewürdigt.

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  1. Untitled, 2024
    Untitled, 2024 Direkter Flachdruck
    Auflage: 45
    Bildgröße: 100,00 x 70,00 cm
    Blattgröße: 100,00 x 70,00 cm
    Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich

    vergriffen

    Anfragen

    Exklusiv für Mitglieder der Edition VFO

  2. Untitled, 2024
    Untitled, 2024 Direkter Flachdruck
    Auflage: 45
    Bildgröße: 100,00 x 70,00 cm
    Blattgröße: 100,00 x 70,00 cm
    Produktion: Steindruckerei Wolfensberger, Zürich
    CHF 1’500.00

    Exklusiv für Mitglieder der Edition VFO

Wade Guyton, der dafür bekannt ist, mit seinen grossformatigen Tintenstrahldrucken auf Leinwand die Grenzen der Bildreproduktion und der digitalen Verfahren auszuloten, hat kürzlich zwei neue Fotolithografien für die Edition VFO produziert. Beide Werke sind zur Unterstützung des neu gegründeten Zurich Print Institute entstanden. Die Arbeiten spiegeln Guytons Ansatz der Bildfindung wider, der die Wiederverwendung und Neukontextualisierung bestehender Motive beinhaltet.

Die erste Edition, eine neunfarbige Fotolithografie, ist das Bild eines nassen Gemäldes, das aus Guytons Epson-Drucker kommt, mit tropfender Tinte, dem grellen Licht der Studiolampen und den Schlieren des Künstlers. Guyton manipuliert häufig vorhandene digitale Bilddateien, indem er sie mit Werkzeugen wie Tintenstrahldruckern, Photoshop und Scannern transformiert und verzerrt. Diese Arbeit demonstriert Guytons charakteristische Technik der Wiederaneignung, Schichtung und Fragmentierung, die die Spannung zwischen dem Digitalen und dem Materiellen, zwischen «Reproduktion» und «Original» betont.

Bei der zweiten Edition handelt es sich um eine achtfarbige Fotolithografie, die auf dem gleichen Grundbild wie die erste basiert, jedoch mit einer völlig neuen Farbpalette realisiert wurde. Dieser Akt der Neuinterpretation und Variation des Bildes durch verschiedene Farbschemata unterstreicht Guytons kontinuierliche Erforschung der sich verändernden Natur von Bildern im digitalen und damit auch im materiellen Bereich. Durch die Veränderung der Farbtöne und -abstufungen schafft er eine neue visuelle Erfahrung, ohne die Grundstruktur des Bildes zu verändern. Diese Arbeitsweise reflektiert die Fluidität und Unvorhersehbarkeit visueller Information in unserer technologiegesteuerten Welt und unterstreicht gleichzeitig das tiefe Interesse des Künstlers an der Übersetzung digitaler Bilder durch das Medium des Drucks.

Wade Guytons Praxis basiert auf dem Zusammenspiel von mechanischer Reproduktion und malerischer Geste, wobei er häufig das Konzept des «Originals» in der Kunst in Frage stellt. Er verwendet zeitgenössische Werkzeuge wie Tintenstrahldrucker, um Bilder zu produzieren, die die Spuren ihres digitalen Ursprungs tragen und gleichzeitig eine haptische und malerische Qualität besitzen. Guyton unterstreicht die Materialität des digitalen Prozesses und die Unvollkommenheiten, die bei der Übertragung vom Bildschirm auf den Druck entstehen, und hinterlässt in den vollendeten Werken häufig Störungen, Passungenauigkeiten und Druckfehler.

Die beiden Fotolithografien, die für die Edition VFO entstanden sind, veranschaulichen auf perfekte Weise Guytons Ansatz der Überarbeitung und Wiederverwendung und verdeutlichen seine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Beschaffenheit von Bildern im digitalen Zeitalter. In diesem Fall reflektieren sie auch seine Auseinandersetzung mit dem Medium Druck, das seine konzeptuellen Anliegen mit der physischen Kunstproduktion verbindet.

Die letzten institutionellen Einzelausstellungen von Wade Guyton fanden im Musée d’Art Moderne de Paris (2023), Museum Ludwig in Köln (2019), Serpentine Gallery in London (2017) und Museum Brandhorst in München (2017) statt. Seine Werke befinden sich in zahlreichen Sammlungen weltweit, unter anderem im MoMA New in York, der Tate Modern in London und dem Centre Pompidou in Paris.

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