05.09.2025 - 29.11.2025 | Edition September 2025

Rebekka Steiger «Minuscule»

Für die One-Wall-Ausstellung «Minuscule» führt Rebekka Steiger 18 selbstgedruckte Monotypien auf Bütten zu einer Wandinstallation zusammen. Formal und inhaltlich knüpfen die Werke direkt an ihre Jubiläumsbriefmarke für die Edition VFO an (2023) – eine Hommage an das Kleine als Träger grosser Bildenergie.


Installationsansicht Rebekka Steiger «Minuscule» in der Edition VFO, Foto: Bernhard Strauss

Die Serie überführt Steigers oft imposante Bilddimensionen konsequent ins Kleinstformat – vom absolut Monumentalen zur Handgrösse, als Verdichtung der Geste. Reitende Figuren, Tierwesen, Vegetation und Landschaft werden malerisch wie grafisch dargestellt und die Spuren des Druckprozesses bewusst sichtbar gehalten. Linien treffen auf Farbinseln, Malerei auf Druckschicht; jedes Blatt setzt einen eigenen Akzent. Im Verbund entsteht ein Rhythmus aus Wiederholungen, Abweichungen und Pausen - ein «Markenbogen» aus der künstlerischen Welt Rebekka Steigers.

Die Werke bündeln Kernmotive von Rebekka Steigers Œuvre als prägnante, aber fluide und atmosphärische Geschichten. In einigen Werken blickt ein zwischen Fuchs und Wolf changierendes Tier frontal aus kühlen blauvioletten oder rotbraunen Tönen; Ranken und Gewächse rahmen den Kopf - Nähe und Warnsignal zugleich. Andere Werke zeigen die zentrale Reiterfigur, die das Narrativ der Bilder in Bewegung hält - mal zentral, mal eingebettet in die Landschaft oder zwischen anderen Figuren. Immer wieder eröffnen sich Miniaturpanoramen mit Gewässern, Bergen, Blumen oder Rauch.


Rebekka Steiger, Minuscule 9, 2025, Monotypie, Blattmasse: 13.3 x 11 cm

Einen Kontext bietet auch die Ausstellung «Bīngfēng» im Kunstmuseum Thun (5.4.–3.8.2025). Dort zeigte Steiger ihre malerische Doppelbewegung aus Traumwelt und erzählerischer Figuration in überlagernden Schichten, in Arbeiten auf Leinwand und Papier, darunter monumentale Monotypien, die am Zurich Print Institute entstanden sind. «Minuscule» überführt diese Haltung in die Unmittelbarkeit der selbstgedruckten Monotypie und komprimiert sie zu Miniaturbildern. Begleitend zu «Bīngfēng» ist bei Hatje Cantz eine umfangreiche Publikation erschienen, die in der Edition VFO erhältlich ist.


Rebekka Steiger im Zurich Print Institute bei der Produktion neuer Monotypien für die Austellung «Bīngfēng» im Kunstmuseum Thun