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Februar 2021

  • I'm Speaking, 2020
  • Holzschnitt, Siebdruck und von Hand applizierte Wasserfarbe. Zum Werk gehört eine Video-Animation
  • Auflage: 17
  • Blattgröße: 50,80 cm x 41,00 cm
  • Produktion: Spudnik Press Cooperative, Chicago
  • CHF 680.00
  • verfügbar
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  • Letzte Exemplare verfügbar

Selina Trepps Werk «I’m Speaking» vereint eine Edition von 17 aquarellierten Holzschnitten und einen Film zu einer vielschichtigen, bunten und komplexen Arbeit. Ihrer üblichen Praxis entsprechend hat die Künstlerin bei ihrer Druckgrafik verschiedene Medien kombiniert. Die geometrischen Motive im Hintergrund, die unter anderem an Bündner sgrafitto Fassadenverzierungen angelehnt sind, wurden im klassischen Holzschnitt Verfahren mit Ölfarbe gedruckt. Die farbigen, wässerig anmutenden Formen der Figur hingegen resultieren aus dem traditionell japanischen Mokuhanga Holzschnitt, bei dem Wasserfarben von Hand auf die Holzplatte aufgetragen werden, und brechen mit der Strenge des klassischen Holzdrucks durch ihren malerischen Fluss.

Das Motiv von «I’m Speaking» ist verwandt mit den «Dirty Drawings» von Selina Trepp, bei denen die Künstlerin alte Zeichnungen wiederverwendet, indem sie diese zunächst auf dem Atelierboden ihren Fusstritten und dem Staub aussetzt und anschliessend von Hand überarbeitet. Oft stellen diese Zeichnungen Frauen dar, deren gesellschaftliche oder ethnische Zugehörigkeit nicht eindeutig ist und die von klischeehaften Attributen und Posen emanzipiert sind. Auch hier sind wir mit einer starken Frau konfrontiert – die Figur ist nämlich von der neuen US-Vizepräsidentin Kamala Harris inspiriert. Der Titel des Werkes weist auf einen Auftritt von Harris im Rahmen des letzten US-Wahlkampfes hin, als sie dem damaligen Vizepräsidenten Mike Pence mit Selbstbewusstsein und Autorität entgegnete.

Als fester Bestandteil der Edition gehört auch eine Animation. Selina Trepp hat die einzelnen Abzüge so konzipiert, dass der Mund der Figur jeweils die unterschiedlichen Silben des Satzes «I’m speaking» visuell wiedergeben. Die fotografierten Blätter ergeben die Standbilder, die aneinander gereiht die Animation hervorbringen. Die Verwendung von Stop-Motion, um ihren Werken Leben einzuhauchen, ist charakteristisch für Selina Trepps Oeuvre. Neben der Transformation der Blätter zum bewegten Bild, beobachten wir auch die Verwandlung der dargestellten Figur vom passiven Objekt unserer Betrachtung zur aktiven Protagonistin, die uns direkt anspricht.

Selina Trepp arbeitet multimedial mit Malerei, Skulptur, Installationen und Performance. Ihre Animationen, Fotografien und Zeichnungen wurden vorwiegend in schweizerischen und amerikanischen Institutionen gezeigt. Aktuell stellt Trepp im Museum of Contemporary Art in Chicago aus und arbeitet an einer monografischen Publikation, die dieses Jahr im Nieves Verlag erscheinen wird. Im Sommer 2021 wird auf der Fassade des Merchandise Mart in Chicago ihre ortsspezifische Animation «Woven» projiziert.

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  • Splash!_01, 2020
  • Lithografie
  • Auflage: 35
  • Blattgröße: 22,00 cm x 15,60 cm
  • Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich
  • CHF 360.00
  • verfügbar
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  • Splash!_02, 2020
  • Lithografie
  • Auflage: 35
  • Blattgröße: 30,70 cm x 26,80 cm
  • Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich
  • CHF 500.00
  • verfügbar
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  • Splash!_03, 2020
  • Lithografie
  • Auflage: 35
  • Blattgröße: 25,20 cm x 31,10 cm
  • Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich
  • CHF 500.00
  • verfügbar
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  • Splash!_04, 2020
  • Lithografie
  • Auflage: 35
  • Blattgröße: 55,00 cm x 41,20 cm
  • Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich
  • CHF 640.00
  • verfügbar
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Christine Streulis neue Serie ist eine Fortführung der installativen Malerei, die sie unter anderem in ihrer jüngsten Einzelausstellung «Lange Arme, Kurze Beine» im Kunstmuseum Thun gezeigt hat. Die Serie bricht die räumliche Grandeur ihrer malerischen Gesten in vier kleine lithografische Farbexplosionen auf. Der intelligente, kreative Arbeitsprozess der Künstlerin zeigt, wie die Malerei durch die Technik des Flachdrucks neue Ebenen, Formate und Ausdrucksformen erfahren kann.

Inhalt, Form und Ausführung bedingen sich in diesen Arbeiten gegenseitig. Dabei ist entscheidend, wie die Materialität der malerischen Gesten in der Lithografie umgesetzt wird. Zufällige und planbare Spuren werden miteinander verknüpft in einem gelungenen Wechselspiel zwischen Hintergrund und Vordergrund. Die Künstlerin entwickelt dabei kohärente Elemente, die sich durch alle vier Arbeiten ziehen und auch in ihrem sonstigen Schaffen hier und da in veränderter Form angetroffen werden.

Es sind die digitalen und analogen Schichten, die Streuli gekonnt miteinander verbindet. Sie transformiert die Flächen, Spritzer, Flecken und Linienführungen zu Miniaturen von Wandgemälden, die wie ein Fenster in eigene Welten fungieren. Die neuen Arbeiten haben keine repräsentativen Elemente und brauchen diese auch nicht. Sie sind Begegnungen mit den Welten der Farbe, Geste, Bewegung und Räumlichkeit. Der Bildraum materialisiert sich bei Streuli als eine Schar von Sinneseindrücken, die Anfang und Ende offenlassen. Sie sind ästhetische Formulierungen, die des Sagbaren entgleiten, aber dennoch ihre eigene Sprache kreieren.

Christine Streuli ist seit 2015 Professorin für Malerei an der Universität der Künste, Berlin. Sie vertrat die Schweiz auf der 52. Biennale in Venedig im Jahr 2007. Ihre letzten institutionellen Einzelausstellungen waren im Kunstmuseum Thun, im Museum Folkwang, Essen und der Berlinischen Galerie.

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  • Kitten in a kitchen, 2020
  • Siebdruck und Ölfarbe auf Aluminiumplatte
  • Auflage: 12
  • Blattgröße: 65,00 cm x 50,00 cm
  • Produktion: Elza Sīle Studio / Esther Schena, Zürich
  • CHF 680.00
  • vergriffen
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Die Edition von Elza Sīle basiert auf der Wiederholung des Musters eines architektonischen Schablonenlineals auf einer Metallplatte. Während einige der Formen eindeutig häusliche Einrichtungen wie einen Esstisch mit Stühlen oder ein Badezimmer-Set evozieren, erinnern andere eher an einfache geometrische Figuren wie Kreise oder Rechtecke. Die Schablone wurde im Siebdruckverfahren gedruckt, einer Technik, die endlose Iterationen ermöglicht und damit die unzähligen Wiederholungen unserer täglichen häuslichen Routinen widerspiegelt.

In einem zweiten Schritt kommentierte die Künstlerin jede Schablone, indem sie geprägte «x»-Motive hinzufügte und andere Elemente in Farbe malte. Die Platzierung der «x» folgt einfachen Regeln, wie zum Beispiel dem Abzählen aller oberen horizontalen Linien der Figuren. Je nachdem, wie wir die Formen der Schablone zu Beginn interpretieren, verwandeln sich die hinzugefügten Elemente in etwas anderes: Wenn wir die Formen als semantische Symbole wie Möbel betrachten, so könnten die hinzugefügten Elemente Personen darstellen, die an einem Tisch sitzen, oder deren Bewegungen im Raum dokumentieren. Betrachten wir die Formen hingegen als blosse geometrische Einheiten, so nehmen wir die «x» und gemalten Elemente lediglich als weitere abstrakte Figuren oder Codes wahr.

Das Hinterfragen der Analogien zwischen Malerei, Sprache und Architektur ist ein wesentlicher Aspekt in Sīles Arbeitsprozess. Auf spielerische Weise untersucht die Künstlerin akademische Begriffe wie die «Grammatik der Malerei» oder die «Konstruktion eines Gemäldes», indem sie diese metaphorischen Konzepte auf rein wortwörtliche Art und Weise interpretiert. In dieser Optik definiert sie elementare Einheiten, die ihr Vokabular bilden, und Regeln, die ihrer Grammatik entsprechen. Anstatt mit einem Pinsel Farbe auf eine Fläche aufzutragen oder mit einem Bleistift eine Linie zu ziehen, verwandelt sie Kunstutensilien in Baumaterialien, indem sie Bleistiftminen stapelt oder Farbe direkt aus der Tube drückt, um zylindrische Raumbegrenzungen zu schaffen. So entstehen in Sīles Arbeiten oft dreidimensionale Kompositionen, die an Miniaturlandschaften erinnern können. Die aktuelle Edition spiegelt Sīles Verwendung von Organisationssystemen zur Steuerung ihrer künstlerischen Interventionen wider. Sie lädt uns ein, unsere Wahrnehmungs- und Interpretationsgewohnheiten zu hinterfragen.

Elza Sīle wurde 2020 für den Shizuko Yoshikawa Award nominiert und erhielt im selben Jahr den Werkbeitrag des Kantons Zürich. Ihre Arbeiten wurden zuletzt 2020 im kim? Contemporary Art Centre in Riga gezeigt. Die Galerie PhilippZollinger präsentiert vom 6. März bis 17. April 2021 eine Einzelausstellung von Elza Sīle. Die Produktion dieser Arbeiten wurde durch die Fachstelle Kunstsammlung des Kantons Zürich ermöglicht.

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  • Matterhorn, Google-Earth-Daten, 2020
  • 3D Tintenstrahldruck, Gipspolymer
  • Auflage: 12
  • Abmessung: 14,70 cm x 14,70 cm x 6,00 cm
  • Produktion: ETH Zürich, Adam Kiryk, Professur Karin Sander
  • CHF 3000.00
  • vergriffen
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Karin Sanders neue Arbeit für die Edition VFO basiert auf ihrer jahrelangen künstlerischen Praxis mit dreidimensionalem Druck. Sie war die erste Künstlerin, die 3D Bodyscans von Menschen anfertigte, ein frühes Exemplar solch einer Skulptur im Massstab von 1:10 aus dem Jahre 1997 befindet sich in der Sammlung des Museum of Modern Art, New York. Dabei erforscht Sander, was Skulptur sein kann, einerseits in ihrem Verhältnis zur Wahrnehmung von Raum und andererseits zur Gattung selbst.

Die neue Skulptur «Matterhorn» ist eine logische Weiterführung von Sanders Oeuvre, das der traditionellen Klassifizierung in Gattungen wie Malerei, Skulptur oder Druck widerstrebt. Für die Edition VFO als Verlegerin von Druckgrafik ist es ein willkommener Dialog über Konzepte des Mediendiskurses, denn aktuelle technische Möglichkeiten erlauben uns das Ausloten neuer Perspektiven auch im Druck.

Die Google-Earth Daten des Matterhorns, abgerufen Oktober 2020, wurden als 3D Modell gedruckt und auf einem Sockel wie eine Skulptur präsentiert. Als dreidimensionale, farbig erfasste Momentaufnahme der zeitlich zurückliegenden Google Daten repräsentiert sie dieses Datengebirge als erhabenes, durch Licht und Schatten herausmodelliertes, dreidimensional gedrucktes Landschaftsbild.

Karin Sander hat seit 2007 den Lehrstuhl für Architektur und Kunst an der ETH Zürich inne. Sie nahm an zahlreichen internationalen Biennalen teil, darunter 1997 an den Skulptur Projekten, Münster. Ihre letzten institutionellen Einzelausstellungen waren im Museion, Bozen und im Haus am Waldsee, Berlin zu denen jeweils ein Katalog im Verlag der Buchhandlung Walther König erschien.

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  • Untitled, 2020
  • Offsetdruck und Monotypie
  • Auflage: 20
  • Blattgröße: 70,00 cm x 50,00 cm
  • Produktion: Druckwerkstatt Lenzburg
  • CHF 440.00
  • verfügbar
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Ganz im Sinne des von der Edition VFO verfolgten Ansatzes bedient sich Marius Lüscher der Druckgrafik, um neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten zu erkunden. Das Experimentieren mit verschiedenen Drucktechniken wie Offset, Hochdruck und Monotypie sowie das Übertragen von Formen von einem Medium ins andere sind wichtige Bestandteile seiner kreativen Arbeit.

Ob in seinen Fotografien von urbanen Settings, seinen abstrakten Malereien oder druckgrafischen Serien, die Formfindung spielt in Lüschers Schaffen eine zentrale Rolle. Über die Jahre hat der Künstler ein umfangreiches Formenrepertoire aufgebaut, sein eigenes Vokabular von Linien und Flächen, welches er ständig weiterentwickelt. In dieser formalen Auseinandersetzung verwendet er drucktechnische Prozesse als Forschungsmittel.

Für die aktuelle Serie hat Lüscher abstrakte Pinselzeichnungen auf Transparentfolie gemalt, in Fragmente zerlegt und mit ausgeschnittenen Papierformen neu kombiniert. Die fertigen Kompositionen werden auf die Offset-Platte belichtet, wobei die körnige Struktur der Pinselstriche und die matte Opazität der Papierausschnitte auf dieselbe Ebene gebracht werden. Die verschiedenen Sujets werden in schwarz mit Offset auf Farbverläufe gedruckt, die per Monotypie Verfahren entstanden sind und jedem Blatt einen eigenen Charakter verleihen.

Marius Lüscher verbrachte die Jahre 2014 bis 2016 in Los Angeles. 2019 ist das Buch «Under The Sun - La By Freddy Perez» mit Fotografien aus jener Zeit erschienen. 2021 ermöglicht ihm ein Stipendium der Pollock-Krasner Foundation einen längeren Aufenthalt in New York.

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  • Chimaira, 2021
  • Monotypie mit Cocktail
  • Auflage: 20
  • Blattgröße: 60,00 cm x 35,00 cm
  • Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich / Dirk Hany, Bar am Wasser, Zürich
  • CHF 680.00
  • vergriffen
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Wie sehen dreidimensionale Körper aus, wenn sie materiell in ein Flachdruckverfahren überführt werden? Mit diesem Vorgehen hat sich Michael Günzburger in einem Teil seiner künstlerischen Praxis der Erforschung des Druckmediums und dem Ausloten seiner Möglichkeiten verpflichtet. Zu seinen Projekten gehörte unter anderem die mehrjährige Auseinandersetzung mit dem Drucken von Tierfellen - dabei haben es vom Bären bis zur Spitzmaus, allerhand Grössen und Komplexitäten von Tieren über den Lithographiestein auf das Papier geschafft.

In "Chimaira", seiner neuen Arbeit für die Edition VFO, druckt Michael Günzburger einen Drink. Als Inspiration für seine Serie von Monotypien nimmt er hier eine Chimäre, die - wie jeder gute Cocktail - immer mehr als nur etwas ist. Eine Chimäre ist Mischwesen und Vision zugleich. In diesem Fall ist es ein Cocktail, den der Künstler zusammen mit Dirk Hany von der Bar am Wasser kreiert hat. Die Arbeit sowie auch das Getränk ist eine Mischung aus mehreren erkennbaren Einzelteilen: so haben wir es mit einem Smash und Shake aus Randensaft, Mezcal mit Cochenille und Timutpfeffer, Tajin, Jalapeno, Limetten, Ananas, Korianderblättern und Ameisensalz zu tun.

"Chimaira" sind 20 Monotypien. Sie alle zeigen einen Farbverlauf, der händisch appliziert vom dunklen grün in ein helles gelb wandert. Dabei wird der Bildraum mit dem Überrest eines ausgetrunkenen Drinks in seinen materiellen Einzelteilen überdruckt. "Chimaira" ist somit auch ein Relikt, was vom jeweiligen Drink übrigbleibt oder diesen konstituiert. Der Drink, der auch noch hervorragend schmeckt, ist hier ein konstruiertes Bild, der wie das antike Wesen aus Homers Ilias eine künstlerische Übersetzung in ein Fantasiegebilde ist.

Michael Günzburgers Werke befinden sich in zahlreichen Sammlungen, wie dem Kunsthaus Zürich oder dem Kunstmuseum Bern. Er ist Co-Autor des SNF Forschungsprojektes "Hands-on - Dokumentation künstlerisch technischer Prozesse im Druck". Seine letzte institutionelle Einzelausstellung "Das Ende der Spur" war im Hans Erni-Museum, Luzern, im Jahre 2020 zu sehen.

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  • Partituren (Interferenzen) I, 2020
  • Lithografie
  • Auflage: 18
  • Blattgröße: 42,00 cm x 29,70 cm
  • Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich
  • CHF 380.00
  • verfügbar
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  • Partituren (Interferenzen) II, 2020
  • Lithografie
  • Auflage: 18
  • Blattgröße: 42,00 cm x 29,70 cm
  • Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich
  • CHF 380.00
  • verfügbar
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  • Partituren (Interferenzen) III, 2020
  • Lithografie
  • Auflage: 18
  • Blattgröße: 42,00 cm x 29,70 cm
  • Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich
  • CHF 380.00
  • verfügbar
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Luigi Archettis künstlerische Praxis kreist um die Schnittstelle von Kunst und Musik, die er auf unterschiedlichste Weise erfahrbar machen will. In seinen installativen Inszenierungen schafft er mittels Zeichnung, Malerei, Video und Klang Spannungsräume und vielschichtige Verweissysteme. Das Vokabular der Musik manifestiert sich nicht nur in den Ideen und der Umsetzung der Werke, vielmehr auch in der direkten Verwendung von Objekten und Begrifflichkeiten aus dieser Sparte. Luigi Archetti inszeniert den Raum als Bildträger, in dem verschiedene Impulse – visuelle und klangliche – aufeinandertreffen.

Luigi Archettis Werke bauen ein vielfach verschachteltes System von Referenzen und Interaktionen auf. Sein Blick auf die sonore und visuelle Welt fordert unsere gesicherten Vorstellungen von Wahrnehmung heraus, Bekanntes und Neues überlagern sich. Betörend entführt er uns, die Grenzen von Sehen und Hören zu überschreiten und in der Simultaneität von beidem die Erfahrung von Welt neu zu erleben.

Der Begriff «Partituren (Interferenzen)» als Titel zur neuen lithografischen Serie gibt vor, die Aufzeichnung einer mehrstimmigen Musik zu sein. Visuell wird eine musikalische Komposition behauptet. Handelt es sich hier um eine bildliche Umsetzung von Musik? Oder steht das Blatt für einen akustisch gestimmten Raum? Schraffuren, Striche, Linien formieren sich zu Verdichtungen und Räumen, krümmen und ballen sich und streben zueinander und voneinander weg. Es sind nicht determinierte Räume, die vielschichtige Deutungsmöglichkeiten erlauben.

Luigi Archettis Werke wurden 2020 unter anderem im Kunstmuseum Olten und im Museu de Arte Moderna in Rio de Janeiro gezeigt. Vom 28. Februar bis 18. April 2021 ist in der Kunsthalle Will eine Einzelausstellung vom Künstler zu sehen.

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