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Vittorio Santoro

*1962 Zürich, lebt in Paris/Zürich www.vittoriosantoro.info

  • «Rhinocéros sinon Bérenger», 2020
  • Lithografie auf BFK Rives
  • Auflage: 22
  • Blattgröße: 59,40 cm x 42,00 cm
  • Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich
  • CHF 680.00
  • verfügbar
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Zwei metallische Gegensprechanlagen mit von Hand geschriebenen Nachnamen. Egal wie das Blatt gehalten wird, steht immer eine der Anlagen auf dem Kopf. Die Namen - Rhinocéros und Bérenger - verweisen auf das 1959 uraufgeführte Theaterstück von Eugène Ionesco. Im Stück bricht eine Epidemie von «Rhinocérite» aus, welche nach und nach die Bewohnerinnen und Bewohner eines Dorfes in Nashörner verwandelt. Einzig der Protagonist Bérenger behält bis zum Schluss, auch in seiner Mehrdeutigkeit, seine menschliche Gestalt und schwört, nie zu kapitulieren.

Beim Aufhängen des Bildes wird man vor die Wahl gestellt: will ich Rhinocéros lesen oder Bérenger? Welche ist für mich die «richtige» Ausrichtung? Durch das direkte Einbeziehen der Betrachterin und des Betrachters lädt Vittorio Santoro sie ein, sich mit den zentralen Themen aus Ionescos Stück auseinanderzusetzen, nämlich Konformität, Systemdenken und totalitäre Regimes. Die Wahl des «realistischen» Mediums der Fotografie zur Darstellung der Sprechanlage und die «Trompe-l’œil»-artige Ausführung der Lithografie und des Prägedruckes kontrastieren mit dem surrealen Charakter des Theaterstückes und übertragen in gewissem Sinne die Fiktion in unsere Realität.

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  • Finally Unfinished..., 2016
  • Lithografie mit je 2 Faltungen
  • Auflage: 21
  • Bildgröße: 76,00 cm x 56,00 cm
  • Blattgröße: 76,00 cm x 56,00 cm
  • Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich
  • CHF 640.00
  • verfügbar
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  • They Seemed Mysterious..., 2016
  • Lithografie mit je 2 Faltungen
  • Auflage: 21
  • Bildgröße: 76,00 cm x 56,00 cm
  • Blattgröße: 76,00 cm x 56,00 cm
  • Produktion: Thomi Wolfensberger, Zürich
  • CHF 640.00
  • verfügbar
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Die ‹time-based text drawings› von Vittorio Santoro pendeln zwischen einem Experiment mit Sprache und einer Praxis poetischen Handelns. Sie verdichten in sich eine bestimmte Dimension der Zeit, der erlebten Dauer, der ‹durée›. In einem Akt der mentalen und physischen Konzentration zeichnet der Künstler bestimmte gewählte Begriffe, Wortreihen oder Sätze über längere Zeitperioden täglich nach, bis die Sprachzeichen gleichsam skulpturale Präsenz auf/in dem Blatt annehmen. Für die Betrachterinnen und Betrachter entsteht ein Szenario, bei dem der künstlerische Akt – ein Ritual – sich in die ununterscheidbaren Schichten des Graphits einritzt. Während die ‹time-based text drawings› oft verdichtet und verknappt scheinen, untersuchen sie letztlich die Frage, was Bewusstsein oder individuelles Denken ist. Die Frage schliesst bei Santoro allerdings komplexe Szenarien mit ein: mögliches Scheitern und verpasste Möglichkeiten oder mehrdeutige oder gar kompromittierende gesellschaftliche Bedingungen, doch auch Integrität und persönliche Stärke. Weder ‹erklären› noch ‹beschreiben› die Zeichnungen solche Aspekte: Sie sind lediglich in einem sowohl visuellen als auch bildlichen Detail oder ‹Moment› fühlbar, das eine Art innere, seismische Bewegung bündelt.

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  • Composition (Hêniokhos) 2014
  • Wandobjekt, Holz schwarz lasiert, Serigrafie auf Kupfer
  • Auflage: 17
  • Abmessung: 61,00 cm x 47,00 cm x 1,45 cm
  • Produktion: Black Church Print Studio, Dublin 2
  • CHF 1800.00
  • verfügbar
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Das vorliegende Multiple besteht aus sieben Kupferplatten, die auf einer mit schwarzer Druckfarbe grundierten Sperrholzplatte montiert sind. Eine der Kupferplatten ist besiebdruckt. Die Arbeit verbindet die kompositorische Struktur eines Bildes von Piet Mondrian mit einer Detailansicht des Wagenlenkers von Delphi, einer antiken Vollfigur-Statue aus dem 5. Jahrhundert v.Chr. Die Bronzeskulptur – von der lediglich Hand und gebrochene Zügel zu sehen sind – stellt einen Wagenlenker im Augenblick dar, in dem er sein Gespann vor die jubelnden Zuschauer lenkt, um die Sieger-Huldigung zu empfangen. Trotz der Tragweite des Moments hat der Athlet seine Gefühle unter Kontrolle und strahlt stoischen Gleichmut aus. Mondrian wiederum abstrahiert in seiner Malerei die sichtbare Welt auf Horizontale und Vertikale, die eine Spannung erzeugen, welche „zum Ausgleich drängt.“ Das Multiple von Santoro vereint die scheinbar statischen Linien der modernistischen Komposition und die Anspielungen auf Bewegung und Dynamik der antiken Skulptur. Scheinbar entgegengesetzt – hier die figurative Skulptur, dort das abstrakte Bild – verbindet beide eine subtile Auffassung von Formsprache: Zeit wird in einer räumlichen Koordinate gefasst und Fläche weitet sich zum Raum.

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