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Katja Novitskova

*1984 Tallin, lebt und arbeitet in Amsterdam http://www.katjanovi.net/

  • Microbial Oasis: mutation 0
  • Siebdruck auf Aluminium
  • Auflage: 22
  • Abmessung: 43,00 cm x 47,00 cm x 0,20 cm
  • Produktion: Lorenz Boegli, Müntschemier
  • CHF 960.00
  • verfügbar
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Katja Novitskovas Edition steht exemplarisch für ihre neue Arbeit Microbial Oasis. Der siebenfarbige, fluoreszierende Siebdruck basiert auf fotografischen Darstellungen von synthetischen Proteinen und viralen Assemblagen. Die spekulative Darstellung entsteht durch das neue StyleGAN2-Modell – generative adversarial network –, benannt nach einem Framework für maschinelles Lernen, das aus Bilddatenbanken neue Bilder erzeugen kann. Novitskova verwendet eine Open Source-Datenbank mit 12.000 Bildern von molekularen und zellulären Strukturen, die auf mikroskopischen Aufnahmen von tatsächlichen Proteinen und Viren basieren. Das entstandene Kunstwerk ist eine Annäherung an eine mögliche organische Form, oder, um es in einer geläufigeren Sprache auszudrücken, es ist ein tatsächliches, farbiges und ästhetisches «Deepfake». Die visuellen Darstellungen des aktuellen Projekts der Künstlerin könnten realistischer nicht sein, da die medizinische Forschung und die Biotechnologie unglaublich genaues Wissen über Viren produzieren, das auf Computermodellen und visuellen Darstellungen beruht. Auch wenn die meisten der generierten Informationen und visuellen Materialien keine ästhetische Betrachtungsweise haben, konvertiert und rekreiert Novitskova diese vorgefundenen Bilder, indem sie sie für ihre künstlerische Erkundung der digitalen und mikrobiellen visuellen Welt entlehnt und transformiert.

Katja Novitskovas Interesse liegt darin, Bilder aus ihrem natürlichen Umfeld herauszuheben. Dabei spielt sie mit der ursprünglichen Übersetzung von organischen Körpern in Bilder und digitale Daten, um sie dann in größerem Massstab wieder zu reproduzieren. Darin kartografiert Novitskova Analysen von Big Data, Gentechnik sowie künstlicher Intelligenz, um eine neue Form der Fotografie zu schaffen. Indem die Künstlerin diese Bilder neu zusammensetzt und rekombiniert, kreiert sie potenzielle Welten, die oft an perfekt abgemischte atmosphärische und farbenfrohe Darstellungen erinnern, wie wir sie aus Wissenschaftsdokumentationen kennen. Aber unter der Oberfläche gibt es die immerwährende Infragestellung der menschlichen Ausbeutung anderer Spezies, des Flusses und der Entwicklung von Kapital auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Entdeckungen und ihrer möglichen Interpretationen. Dies impliziert das Spiel damit, wie man die Ozeane von Zeichen, mit denen wir täglich fertig werden müssen, erschliessen kann. Indem sie zeitgenössische Themen der digitalen Möglichkeiten aufgreift, hinterfragt die Künstlerin in ihrem Werk die direkte Beziehung zwischen den komplexen Ökologien von Bild, Information, Materie und Wert, die nicht nur an das menschliche Verständnis gebunden sind. Es geht vielmehr um die poetischen Möglichkeiten ihrer Arbeit und darum, die Dichotomie zwischen der Perspektive der menschlichen Repräsentation von Formen und einem neuen System des Sehens aufzubrechen. Denn die hypothetische überlebensgrosse Materie, die in unser Leben tritt, ist nicht nur im unsichtbaren digitalen oder neurobiologischen Bereich präsent, sondern steht auch im Mittelpunkt unserer visuellen Wahrnehmung und unseres Verständnisses der Welt um uns herum. DKKatja Novitskovas Edition steht exemplarisch für ihre neue Arbeit Microbial Oasis. Der siebenfarbige, fluoreszierende Siebdruck basiert auf fotografischen Darstellungen von synthetischen Proteinen und viralen Assemblagen. Die spekulative Darstellung entsteht durch das neue StyleGAN2-Modell – generative adversarial network –, benannt nach einem Framework für maschinelles Lernen, das aus Bilddatenbanken neue Bilder erzeugen kann. Novitskova verwendet eine Open Source-Datenbank mit 12.000 Bildern von molekularen und zellulären Strukturen, die auf mikroskopischen Aufnahmen von tatsächlichen Proteinen und Viren basieren. Das entstandene Kunstwerk ist eine Annäherung an eine mögliche organische Form, oder, um es in einer geläufigeren Sprache auszudrücken, es ist ein tatsächliches, farbiges und ästhetisches «Deepfake». Die visuellen Darstellungen des aktuellen Projekts der Künstlerin könnten realistischer nicht sein, da die medizinische Forschung und die Biotechnologie unglaublich genaues Wissen über Viren produzieren, das auf Computermodellen und visuellen Darstellungen beruht. Auch wenn die meisten der generierten Informationen und visuellen Materialien keine ästhetische Betrachtungsweise haben, konvertiert und rekreiert Novitskova diese vorgefundenen Bilder, indem sie sie für ihre künstlerische Erkundung der digitalen und mikrobiellen visuellen Welt entlehnt und transformiert.

Katja Novitskovas Interesse liegt darin, Bilder aus ihrem natürlichen Umfeld herauszuheben. Dabei spielt sie mit der ursprünglichen Übersetzung von organischen Körpern in Bilder und digitale Daten, um sie dann in größerem Massstab wieder zu reproduzieren. Darin kartografiert Novitskova Analysen von Big Data, Gentechnik sowie künstlicher Intelligenz, um eine neue Form der Fotografie zu schaffen. Indem die Künstlerin diese Bilder neu zusammensetzt und rekombiniert, kreiert sie potenzielle Welten, die oft an perfekt abgemischte atmosphärische und farbenfrohe Darstellungen erinnern, wie wir sie aus Wissenschaftsdokumentationen kennen. Aber unter der Oberfläche gibt es die immerwährende Infragestellung der menschlichen Ausbeutung anderer Spezies, des Flusses und der Entwicklung von Kapital auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Entdeckungen und ihrer möglichen Interpretationen. Dies impliziert das Spiel damit, wie man die Ozeane von Zeichen, mit denen wir täglich fertig werden müssen, erschliessen kann. Indem sie zeitgenössische Themen der digitalen Möglichkeiten aufgreift, hinterfragt die Künstlerin in ihrem Werk die direkte Beziehung zwischen den komplexen Ökologien von Bild, Information, Materie und Wert, die nicht nur an das menschliche Verständnis gebunden sind. Es geht vielmehr um die poetischen Möglichkeiten ihrer Arbeit und darum, die Dichotomie zwischen der Perspektive der menschlichen Repräsentation von Formen und einem neuen System des Sehens aufzubrechen. Denn die hypothetische überlebensgrosse Materie, die in unser Leben tritt, ist nicht nur im unsichtbaren digitalen oder neurobiologischen Bereich präsent, sondern steht auch im Mittelpunkt unserer visuellen Wahrnehmung und unseres Verständnisses der Welt um uns herum. DK

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