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Elza Sīle

*1989, Riga, lebt und arbeitet in Zürich elzasilecom.com

  • Kitten in a kitchen, 2020
  • Siebdruck und Ölfarbe auf Aluminiumplatte
  • Auflage: 12
  • Blattgröße: 65,00 cm x 50,00 cm
  • Produktion: Elza Sīle Studio / Esther Schena, Zürich
  • CHF 680.00
  • vergriffen
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Die Edition von Elza Sīle basiert auf der Wiederholung des Musters eines architektonischen Schablonenlineals auf einer Metallplatte. Während einige der Formen eindeutig häusliche Einrichtungen wie einen Esstisch mit Stühlen oder ein Badezimmer-Set evozieren, erinnern andere eher an einfache geometrische Figuren wie Kreise oder Rechtecke. Die Schablone wurde im Siebdruckverfahren gedruckt, einer Technik, die endlose Iterationen ermöglicht und damit die unzähligen Wiederholungen unserer täglichen häuslichen Routinen widerspiegelt.

In einem zweiten Schritt kommentierte die Künstlerin jede Schablone, indem sie geprägte «x»-Motive hinzufügte und andere Elemente in Farbe malte. Die Platzierung der «x» folgt einfachen Regeln, wie zum Beispiel dem Abzählen aller oberen horizontalen Linien der Figuren. Je nachdem, wie wir die Formen der Schablone zu Beginn interpretieren, verwandeln sich die hinzugefügten Elemente in etwas anderes: Wenn wir die Formen als semantische Symbole wie Möbel betrachten, so könnten die hinzugefügten Elemente Personen darstellen, die an einem Tisch sitzen, oder deren Bewegungen im Raum dokumentieren. Betrachten wir die Formen hingegen als blosse geometrische Einheiten, so nehmen wir die «x» und gemalten Elemente lediglich als weitere abstrakte Figuren oder Codes wahr.

Das Hinterfragen der Analogien zwischen Malerei, Sprache und Architektur ist ein wesentlicher Aspekt in Sīles Arbeitsprozess. Auf spielerische Weise untersucht die Künstlerin akademische Begriffe wie die «Grammatik der Malerei» oder die «Konstruktion eines Gemäldes», indem sie diese metaphorischen Konzepte auf rein wortwörtliche Art und Weise interpretiert. In dieser Optik definiert sie elementare Einheiten, die ihr Vokabular bilden, und Regeln, die ihrer Grammatik entsprechen. Anstatt mit einem Pinsel Farbe auf eine Fläche aufzutragen oder mit einem Bleistift eine Linie zu ziehen, verwandelt sie Kunstutensilien in Baumaterialien, indem sie Bleistiftminen stapelt oder Farbe direkt aus der Tube drückt, um zylindrische Raumbegrenzungen zu schaffen. So entstehen in Sīles Arbeiten oft dreidimensionale Kompositionen, die an Miniaturlandschaften erinnern können. Die aktuelle Edition spiegelt Sīles Verwendung von Organisationssystemen zur Steuerung ihrer künstlerischen Interventionen wider. Sie lädt uns ein, unsere Wahrnehmungs- und Interpretationsgewohnheiten zu hinterfragen.

Elza Sīle wurde 2020 für den Shizuko Yoshikawa Award nominiert und erhielt im selben Jahr den Werkbeitrag des Kantons Zürich. Ihre Arbeiten wurden zuletzt 2020 im kim? Contemporary Art Centre in Riga gezeigt. Die Galerie PhilippZollinger präsentiert vom 6. März bis 17. April 2021 eine Einzelausstellung von Elza Sīle. Die Produktion dieser Arbeiten wurde durch die Fachstelle Kunstsammlung des Kantons Zürich ermöglicht.

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