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Denis Savary

* 1981 Granges-près-Marnand, lebt und arbeitet in Genf

  • Corinna
  • Thermoformiertes Plastik, handbemalt
  • Auflage: 15
  • Abmessung: 90,00 cm x 62,00 cm x 11,00 cm
  • Produktion: Atelier Muro, Genève / Ateliers construction décors de la Radio Télévision Suisse
  • CHF 1200.00
  • verfügbar
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  • Figueras
  • Linolschnitt auf 70g Awagami (Unikate)
  • Auflage: 7
  • Blattgröße: 185,00 cm x 96,00 cm
  • Produktion: Atelier Muro, Genève
  • CHF 2000.00
  • verfügbar
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In seinem Werk schafft Denis Savary durch die Wahl von Motiv, Farben und Wölbungen ein Netzwerk von Bedeutungen, das die Bereiche Literatur, Kunstgeschichte und Industriedesign umspannt.
Eine überdimensionale, thermogeformte und schwarz bemalte Erdbeere wird reliefartig an die Wand platziert, wie aus einem Traum hervorgerufen. Das Objekt mit dem Titel Corinna – zu Ehren der Waadtländer Schriftstellerin Corinna Bille (1912-1979) – bezieht sich auf eine berühmte Novelle der Autorin namens Schwarze Erdbeeren. Neben diesem Hinweis auf die für den französischsprachigen Kulturraum prägende Literatin – eine Form der Reaktivierung ihrer Schriften – ist Savarys Wandplastik auch eine direkte Anspielung auf die Kunstgeschichte und ihr Symbolpotenzial. Die schwarze Erdbeere, die aus der späten Ernte im November stammt, ist seit dem Mittelalter ein erotisches Symbol und häufig in den Gemälden von Hieronymus Bosch anzutreffen. In einem zeitlichen Gegensatz dazu rekurriert der Einsatz von thermogeformtem Kunststoff auf eine kommerzielle Technik der industriellen Massenproduktion. Eine radikale Drucktechnik, die seit den 1960er-Jahren von Pop-Künstlern wie Claes Oldenburg und Richard Hamilton eingesetzt wurde.
Viele Werke Savarys zeigen seine Neigung, Geschichten aus der Welt der Kultur zu reaktivieren und dabei auf die Beziehungen am Rande der Künstlerbiografien zu verweisen. Ob durch die beinah parodische Nachbildung von Kokoschkas Puppe oder durch die Variation von Félix Vallottons Serie Intimités, Savary verhilft ungewöhnlichen Geschichten zum Leben. Der Linolschnitt mit dem Titel Figueras bezieht sich auf die Herkunftsstadt des Künstlers Salvador Dalí. Er stellt einen lebensgrossen Sonnenschirm dar, der wie an einem Tag ohne Sonne zusammengeklappt ist. Die konische Struktur erinnert an Dalís Interpretation der bauta, eines venezianischen Kostüms, das im 18. Jahrhundert bei geheimen Treffen während des Karnevals in Venedig getragen wurde. Anlässlich des sagenumwobenen Balls von Carlos de Beistegui am 3. September 1951, auch bekannt als „Fest des Jahrhunderts“, schuf der spanische Künstler in Zusammenarbeit mit dem Modeschöpfer Pierre Cardin in seinem Theatermuseum in Figueras eine Variation dieses dreiteiligen Kostüms mit einem schwarzen Dreispitz, einer Maske und einem Schleier.
Als weitere Referenz an Dalí darf die Farbwahl der Sonnenschirme verstanden werden, die dem Farbton der Dauerlutscher der spanischen Firma Chupa Chups entspricht, für die Dalí 1958 das erste Logo entworfen hat.
Denis Savarys künstlerische Praxis spiegelt seine Experimentierfreude und seine Begeisterung an der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und Handwerkern wider. Savary greift so unterschiedliche Techniken wie Video, Skulptur und Zeichnung auf und inszeniert in seinen Werken Fachkenntnisse sowie literarische und ikonografische Quellen, die scheinbar nichts miteinander gemeinsam haben. Während des Entstehungsprozesses werden verschiedene Geschichten in die Werke integriert.

Denis Savary erwarb seinen Abschluss in Bildender Kunst 2004 an der École cantonale d'art de Lausanne (ECAL), wo er derzeit als Professor tätig ist. Seine Arbeiten wurden in Einzelausstellungen unter anderem in der Kunsthalle Bern (2012), im MAMCO in Genf (2015) und im Musée des Beaux-Arts in La Chaux-de-Fonds (2019) gezeigt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Swiss Art Award 2004 und 2007 sowie 2018 das Londoner Atelier-Stipendium von der Landis & Gyr Stiftung.

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