Romane de Watteville
*1993 Lausanne, lebt und arbeitet in Lausanne
https://romanedewatteville.comSeptember 2026
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Show Me, 2026 Lithografie
Auflage: 18
Bildgröße: 80,10 x 60,00 cm
Blattgröße: 80,10 x 60,00 cm
Produktion: Steindruckerei Wolfensberger | Zurich Print Institute
CHF 1’000.00 -
Mix and Match, 2026 Lithografie
Auflage: 18
Bildgröße: 80,30 x 60,00 cm
Blattgröße: 80,30 x 60,00 cm
Produktion: Steindruckerei Wolfensberger | Zurich Print Institute
CHF 1’000.00
Das Motiv, das Romane de Watteville in zwei Sujets umgesetzt hat, ist uns allen sehr vertraut. Ob im Bus, im Park oder auf der Strasse – ständig begegnen wir Menschen, die in ihr Smartphone starren. Es scheint, als wäre der kleine Bildschirm zu einer Brille geworden, durch die wir die Welt wahrnehmen. Einerseits sind das Internet und die sozialen Medien zu unserer wichtigsten Informationsquelle geworden, um uns über das Weltgeschehen, neue Trends und das Leben unserer Bekannten zu informieren. Andererseits zücken wir in bedeutsamen Momenten reflexartig das Handy, um die Situation festzuhalten. Dadurch verfallen wir oft in eine passive Haltung des Zuschauens, anstatt aktiv teilzunehmen oder – in kritischen Fällen – einzugreifen. Auch wenn das Teilen persönlicher Fotos Verbindung schaffen mag, hat die Omnipräsenz des Smartphones auch trennende Auswirkungen auf unsere unmittelbaren sozialen Interaktionen. Wie bei de Wattevilles Edition wird das ursprünglich zur Kommunikation entwickelte Gerät zum Hindernis für spontane Begegnungen.
Die beiden Lithografien unterscheiden sich durch die Auswahl des Bildausschnitts und die Kleidung der Protagonistin voneinander – zwei Elemente, die in Romane de Wattevilles Schaffen zentral sind. Durch ausgeklügelte Perspektiven und Framings, die klare Bezüge zur Filmkunst aufweisen, bezieht sie die Betrachtenden in den Bildraum ein und verleiht ihren Werken gleichzeitig einen ausgeprägten narrativen Charakter. Die Kleider ermöglichen es der Künstlerin zudem, als ihr Alter Ego in unterschiedliche Rollen innerhalb ihrer Kompositionen zu schlüpfen. Mit Kleidungsstücken, Schuhen und Accessoires bewegt sie sich zwischen Glamour, Kitsch und Kostüm und ruft dabei Bilder und Geschichten hervor, die Alltag und Pop Kultur sowie Banalität und Spektakel vermischen. Ihre Werke wimmeln von visuellen Referenzen und Details, die uns dazu einladen, uns das Vorher und das Nachher auszudenken. In «Show Me» und «Mix and Match» spielt de Watteville mit der Ästhetik des Schnappschusses und der Ambivalenz der Situation zwischen selbstbewusster Pose und zurückhaltendem Verstecken hinter dem Smartphone.
Romane de Watteville arbeitet hauptsächlich mit Malerei und integriert ihre persönlichen Interessen für Kunstgeschichte, Mode und Film in ihre Kunst. Sie wurde 2023 mit dem Prix Leenards und 2022 mit dem Prix Mobilière ausgezeichnet. Ihre Werke wurden unter anderem im Istituto Svizzero in Milan (2026) und im Musée d’art de Pully (2025) gezeigt.